traf, so denke ich, die Begegnung könnte Beiden für den Nestihrer Tage genügen."
In dieser Weise ging die Unterhaltung fort, bald in leichtemSinne, bald in ernsterer Stimmung, stets aber in Herzlichkeit undFreundschaft. Während sich dieses auf dem Deck- zutrug, hattesich ColumbuS in der That nach der Cajüte zurückgezogen.
„Don Luis," sagte der Admiral, als sie allein nebeneinandersaßen, „Du kennst die Achtung, die ich gegen Dich hege, und ichfühle, daß Du sie in gleichem Grade erwiederst. Ich verlasse nunSpanien, um mich einem weit gefährlicheren Abenteuer zu unter-ziehen, als das war, bei welchem Du mich begleitetest. Damalssegelte ich ans in Verachtung gehüllt und durch Unwissenheit undMitleid vor den Augen der Welt verborgen. Nun aber lasse ichEuropa und in ihm Bosheit und Neid zurück. Ich bin zu alt,um dieß nicht zu bemerken und vorauSzusehen. In meiner Ab-wesenheit werden sich viele über meinen Namen hermachen. Selbstdie, welche mir auf den Fersen nachjubeln, werden mich mitVerläunrdungen verlolgen, um sich für die Kriecherei der Ver-gangenheit durch Schmähung der Gegenwart zu rächen. Manwird die Herrscher in ein Lügengewebe verstricken und jede nichtganz entsprechende Hoffnung zu einem Verbrechen verdrehen. Dochich lasse auch Freunde zurück — Freunde wie Jüan Perez, de St.Angel, de Quintanilla und Dich. Auf Euch also will ich michganz verlassen, nicht um meinetwillen, sondern nur im Interesse derWahrheit und der Gerechtigk.it!"
„Sennor, Ihr könnt unter allen Umständen auf meinen geringenEinfluß zählen. Ich habe Euch in den Tage» der Prüfung ge-sehen, und es wird gewöhnlichen Ränken nicht gelinge», meinVertrauen auf Euch wankend zu machen."
„Ich war hievon überzeugt, Luis, ehe Du mir diese warmeund aufrichtige Versicherung gabst," erwied.rte der Admiral, indemer dem jungen Mann mit Feuer die Hand drückte. „Ich zweifle,