war jeder Zweifel aus Mercedes' Brust entschwunden und Luis er-schien ihren Augen wieder in dem früheren Lichte.
Die Besprechung wurde, wie es in der Gegenwart königlicherPersonen gewöhnlich ist, leise geführt, und es währte ungefähreine Stunde, bis ein Page ankündigtc, daß Alles in der Capellebereit sey, indem er zugleich eine Thür öffnete, welche unmittelbarmit derselben in Verbindung stand.
„Das eigensinnige Mädchen beharrt darauf, Tochter Mar-quise," sagte die Königin, indem sie die Seite des Lagers verließ,„und ich weiß nicht, wie ich eS ihr ans dem Sinne reden soll. Eswäre grausam, ihr die angebotenen Gnadenmittel zu versagen, unddoch ist ein solches plötzliches Gesuch an Deinen Neffen und DeineMündel durchaus unpassend."
„Was den Ersteren anbelangt, theuerste Sennora, so möchteer sich wohl bereitwillig genug zeigen, darauf einzugehen, obgleichich sehr bezweifle, ob sich Mercedes dazu wird bewegen lassen, daReligiosität und zarter Sinn für den Anstand die Grundzüge ihresganzen Wesens bilden."
„Wir thuii vielleicht nicht gut, nur daran zu denken. Einechristliche Jungfrau muß Zeit haben, ihre Seele durch Gebete fürdas heilige Sacrament der Ehe vorzubereiten."
„Und doch, Sennora, wird manche Ehe ohne diese Vorberei-tung geschlossen! Ich erinnere mich einer Zeit, wo Don Ferdinandvon Aragon und Donna Jsabella aus diesem Grunde nicht gezögerthaben würden."
„Eine solche Zeit hat es nie gegeben, Beatriz. Es ist DeineGewohnheit, mich auf die Tage der Prüfung und der Jugend zurück-blicken zu lassen, wenn Du irgend einen nicht gehörig überlegte»Lieblingswunsch durchsetzen möchtest. Glaubst Du in der That, DeineMündel könnte einen solchen Mangel an Vorbereitung übersehen?"
„Ich weiß nicht, in wie weit sie sich geneigt fühlen möchte,nachzugeben, Sennora; aber ich weiß, daß, wenn eS ein weibliches