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wurde, sic in ihrer halb aufrechten Lage durch Kissen zu unterstützen.Ein Ausruf ungeheuchelter Wanne entglitt ihren Libyen, als sie un-fern Helden erblickte; dann aber verhüllte sie in kindischer Verwir-rung ihr Antlitz mit beiden Händen, als schäme sie sich, die Freudeihres Innern verrathen zu haben. Luis benahm sich mit männli-cher Würde. Zwar fühlte er sei» Gewissen nicht ganz frei, wenner der Stunden gedachte, die er in Ozema's Gesellschaft zugebrachtund der Art, wie er sich vorübergehend dem Einfluß ihrer Schön-heit und ihrer verführerischen Einfachheit hingegeben hatte; abertm Ganzen kannte er sich dach van allein, was wirklich als ei»Vergehen erscheinen mochte, freisyrecheu, insbesondere aber von je-dem Gedanken, seiner ersten Liebe untreu gewesen zu seyn und sichmit trügerischen Absichten getragen zu haben. Er ergriff achtungs-voll die Hand der jungen Indianerin und küßte sie mit einer Frei-mülhigkeit und Wärme, die mehr eine brüderliche Theilnahme undZärtlichkeit als die leidenschaftliche Gluth eines Liebhabers verrieth.Mercedes wagte eS nicht, seinen Bewegungen zu folgen, aber siebemerkte den beifälligen Blick, welchen die Königin ihrer Vormün-derin zuwarf, als er sich dem Bette näherte, auf welchem Ozemalag. Diesen Blick deutete sie sich als ein Zeichen, daß der Graf sichin einer Weise benehme, welche ihren eigenen Interessen günstig sey.
„Du findest die Dame Ozema schwach und verändert," be-merkte die Königin, welcher es allein zustand, ein Schweigen zuunterbrechen, das bereits drückend wurde.
„Wir haben uns Mühe gegeben, ihren einfachen Geist durchdas Licht der Religion zu erhellen und sie hat endlich eingewilligt,das heilige Sacramcnt der Taufe zu empfangen. Der Herr Erz-bischof trifft soeben in meiner Hauskapelle die nüthigen Vorberei-tungen für diese Festlichkeit und wir haben die glückliche Aussicht,ihre kostbare Seele dem Verderben zu entreißen."
„Eure Hoheit trägt immer das Wohl aller ihrer Unterthanenim Herzen," entgegnele Luis mit einer tiefen Verbeugung, um die?