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ich gerne zugcstehe, daß Donna Mercedes ein solcher ist; auch binich vielleicht kein Heiliger im strengen Sinne des Worts, sondernnichts anderes, als Luis de Bobadilla; — so wenig ich aber auchdie Krone des MärlyrthumS verdiene, eben so wenig verdiene ichdiese Vorwürfe. Erlaubt mir, unterthänig zu fragen, welchenVerbrechens man mich beschuldigt?"
„Man legt Dir einfach zur Last, daß Du entweder diese un-erfahrene und vertrauensvolle indianische Prinzesfin durch eineScheinheirath auf das grausamste getäuscht hast, oder daß DuDeine Herrscherin auf das schamloseste verhöhntest, indem Dugegen dieselbe den Wunsch aussprachst, eine Dame zu heirathen,während Dich doch Deine am Altar ausgesprochenen Gelübde aneine Andere binden. Welches von diesen beiden Verbrechen dasDeinige ist, magst Du selbst am besten wissen."
„lind Du, meine Tante — Du Mercedes — hältst auch Dumich einer solchen Niedrigkeit fähig?"
„Ich fürchte, es ist nur zu wahr;" erwicdcrte die Marquis«kalt, „Der Beweis liegt so offen da, daß nur ein Heide daranzu zweifeln im Stande ist."
„Mercedes?"
„Nein, Luis," entgegnete das edle Mädchen mit einer Wärmedes Gefühls, welche alle Schranken conventioneller Zurückhaltungniederbrach, „ich halte Dich nicht für so niedrig — ich halte Dichüberhaupt nicht für niedrig, sondern blvS für unfähig, Deinenwankelmüthigen Neigungen zu widerstehen. Ich kenne Dein Herz —Deine Ehrenhaftigkeit zu gut, um etwas anderes, als Schwächebei Dir zu vermuthen, die Du wohl gerne Niederkämpfen möchtest,wenn Du es im Stande wärest."
„Gott und die heilige Jungfrau sey dafür gepriesen!" rief derGraf, der, während seine Geliebte sprach, kaum zu athmen wagte.„Ich will ja gerne Alles ertragen, wenn nur Du keine so ent-ehrende Meinung von mir hegst."