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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
Entstehung
Seite
543
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Achtnndzwanzigftes Kapitel.

Der Blick, der Gang kurz alles ist so süßUnd gießt auf sie ein Meer von SInmuth nieder:Wenn kaum ein Witz die holde Stirn verließ,Erschließt sich schnell ein neuer Zauber wieder.

Mason.

ColumbuS' Empfang zu Barcellona war für die edle und reineKönigin non Castilien ein Tag stürmischer Gefühle und innigenEntzückens. Sie war sowohl hinsichtlich der Autorität als auch inBetreff der erforderlichen Mittel der bewegende Geist des ganzenUnternehmens gewesen und nie wurde ein Fürst durch die Größeder Ergebnisse, welche wohlgemeinten und eifrigen Bemühungenfolgten, reichlicher belohnt.

Als die Aufregung und der Lärm des Tages vorüber war,kehrte Jsabella in ihr Gemach zurück und ergoß dort, wie sie be-allen wichtigen Anlässen zu lhun Pflegte, kniefällig ihren Dank, in-dem sie zugleich die göttliche Vorsehung bat, sie bei der neuenVerantwortlichkeit, die sie sich auferlegt fühlte, zu unterstützen undihre Schritte als Fürstin und Christin auf die rechten Pfade zuleiten. Sie hatte sich noch nicht lange aus ihrer betenden Stellungerhoben und saß, den Kopf auf ihre Hand gestützt, in tiefem Nach-sinncn da, als ein leichtes Pochen an der Thüre ihre Aufmerksam-keit in Anspruch nahm. Es gab nur eine Person in Spanienwelche sich eine solche Freiheit herausnehmen durfte; so behutsamund bescheiden auch diese Anmeldung geschah. Sie erhob sich, drehteden Schlüssel um und ließ den König ein.

Jsabella war noch schön. Ihre Gestalt, von jeher eine wun-derbar vollendete, hatte alle ihre Anmuth beibehalten, ihre Augenkaum etwas von ihrem Glanze verloren, und ihr stets süßes undwohlwollendes Lächeln ermangelte nicht, die reinen und weiblichzarten Gefühle ihres Herzens wiederzustrahlen. Mit einem Wort,