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„Nun, Sennor," begann der Mann der Wissenschaft, „wirmöchten gerne über gewisse Punkte Auskunft erhalten. Wir bittenEuch daher, uns zu sagen, welches von den wunderbaren Ereignissen, dieEuch während dieser Resse begegneten, den tiefsten Eindruck aus EurenGeist gemacht hat und Euch als das merkwürdigste ausgefallen ist."
„Ich wüßte nichts mit der Faselei des Polarsterns zu vergleichen,"lautete Sancho'S schleunige Antwort. „Wir Seeleute glaubtenimmer, dieser Stern sch so unbeweglich als der Dom von Sevilla;wir sahen ihn aber auf dieser Reise seine Stelle mit der Unbestän-digkeit der Winde ändern."
„Dieß ist in der Tbat wunderbar," rief Peter Martir, derkaum wußte, wie er diese Mittheilung nehmen solle. „Vielleichtfindet aber hier ein Jrrthum statt, Meister Sancho, da Ihr Wohlnicht an die Beobachtung des Himmels gewöhnt sepd."
„Fragt Don Christoval; wann das Phernomcrthon, wie esder Admiral nennt, zuerst beobachtet wurde. Wir sprachen einLanges und ein Breites über diesen Gegenstand und kamen endlichzu dem Schluffe, daß nichts auf der Welt so beständig sey, als cSzu sehn scheine. Verlaßt Euch drauf, Don Pedro, der Polarsterntreibt sich um, wie eine Windfahne." *
„Ich will doch den erlauchten Admiral darüber befragen; aber washaltet Ihr, Meister Sancho, nach diesem Wandern des Sternes für dasBeachtenSwertheste? — ich meine, die gewöhnlichen Dinge, da ichwissenschaftliche Fragen einer späteren Erörterung Vorbehalten möchte."
Dieß war eine zu wichtige Frage, um sich so leicht beantwortenzu lassen und während Sancho über die Sache nachdachte, öffnetesich die Thüre und Luis de Bobadilla trat in vollem Glanze männ-licher Anmuth, durch eine reiche Kleidung gehoben, in den Saal.Ein Dutzend Stimmen riefen seinen Namen und Peter Martir erhobsich, um ihm mit gewohntem Wohlwollen, dem sich jedoch ein wenigvon der Miene des Tadels beimischte, zu empfangen.
„Ich habe mir die Ehre erbeten, Sennor Conde," sagte er.