Aufgeregtheit, um nicht zu sagen der Gier, und als er mit demLesen zu Ende war, leuchtete sein ernstes Antlitz unzweideutig vonEntzücken und Freude.
„Guter Luis de St. Angel," rief er, „und Du, ehrlicherAlonzo Quintanilla! Welche frohe Botschaft muß dieß für euchBeide sehn! Selbst Du, frommer Prälat, wirst Dich freuen, daßdie Kirche eine so glorreiche Erwerbung gemacht hat, obgleich Dufrüher eben kein Gönner dieses Genuesen warst. Weit mehr, alswir je zu hoffen wagten, hat sich verwirklicht, denn Colon hatnun in der That Indien entdeckt, unsere Reiche vermehrt, und auchsonst unser Ansehen auf eine unerhörte Weise gefördert."
Es war nichts Gewöhnliches, Don Fernando so aufgeregt zusehen, und er schien zu fühlen, daß sein Benehmen auffallen mußte,denn er trat unmittelbar nachher zu der Königin, ergriff ihre Handund führte sie nach seinem eigenen Cabincte. Ehe er den Salonverließ, winkte er den drei Edeln, ihm zur Berathung zu folgen.Dieß that er jedoch mehr aus gewohnter Bedachtsamkeit, als mitirgend einer bestimmten Absicht, denn sein Geist war in einer Ver-wirrung, wie er sie nie gefühlt hatte, während koch Vorsicht ebenso gut einen Theil seiner Religion als seiner Politik bildete.
Sobald der König und die Königin nebst den drei Rathen ver-schwunden waren, zog sich die übrige königliche Familie gleichfallsnach ihren Gemächern zurück, und die Marquisin von Moya, Mer-cedes und Sancho blieben nun in dem ausschließlichen Besitze deSSalons. Der Letztere lag noch immer auf seinen Knien und be-merkte kaum, was um ihn vorging, so lebhaft war er von seinereigenen Lage und von den Gegenständen seiner besonderen Herzens-freude in Anspruch genommen.
„Du kannst aufstehen, Freund," bemerkte Donna Beatriz.„Ihre Hoheiten sind nicht mehr gegenwärtig."
Bei dieser Aufforderung verließ Sancho seine demüthige Stel-lung, bürstete seine Kniee sorgfältig mit dem Aermel und sah sich