blieb, wie sie in der Thal die einzige Sprecherin war. Nach-dem sich Sancho in dieser Meise seines Auftrags glücklich entledigthatte, der ihm ausdrücklich wegen seines Characters und seinesAeußern — von denen man glaubte, daß sie ihn am ehesten vor Ver-haftung und Beraubung schützen würde» — anvcrtraut worden war,so kauerte er sich ruhig auf seine Fersen zurück, denn er hatte dieWeisung, nicht eher aukzustehen, bis es ihm befohlen würde; dannbrachte er das Gold, welches er erhalten hatte, wieder zum Vor-schein und sing an, es auf's Neue kaltblütig abzuzählen. DieAufmerksamkeit Aller war jedoch in diesem Augenblicke so sehrauf die Königin gerichtet, daß Niemand des Matrosen und seinerBewegungen achtete.
Jsabella öffnete den Brief, und ihre Blicke verschlangen denInhalt, während sie ihm Zeile für Zeile folgten. Das Schreiben warnach Eolon'S gewöhnlicher Weise lang, und es bedurfte vielerMinuten, es zu durchlesen. Diese ganze Zeit über stand Allesbewegungslos, und jedes Auge war auf die sprechenden Züge derKönigin geheftet, auf denen das höhere Roth der Freude und Neber-raschung, die Glut des Entzückens, ja des Staunens und derLichtblick einer heiligen Begeisterung strahlten. Als Jsabella mitdem Briefe zn Ende war, wandte sie ihre Augen gen Himmel,schlug nachdrucksvoll ihre Hände zusammen und riel:
„Nicht uns, o Herr, nur Dir scy die Ehre dieser wundervollenEntdeckung und alles des Guten, das wir diesem großen BeweiseDeiner Liebe und Allmacht verdanken."
Mit diesen Worten sank sie ans einen Sessel und zerfloß inThronen. Ferdinand begleitete diesen Erguß seiner königlichen Ge-mahlin nur mit einem leichten Ausrufe, dann nahm er den Briefsanft aus ihrer nicht widerstrebenden Hand und -las ihn mit großerAufmerksamkeit. Man hatte den behutsamen König von Aragonselten so ergriffen gesehen, als bei dieser Gelegenheit. Seine Zügesprachen Anfangs Staunen aus, dann folgte der Ausdruck der