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der unmittelbaren Gesellschaft ihrer königlichen Gebieterin oder inder Mitte ihrer Kinder zu.
Eines Abends, am Schluffe des Monats März, fand bei Hofeine Versammlung statt, und Jsabella, die solche Scenen nicht liebte,hatte sich in ihre Privatgemächer zurückgezogen, um mit dem Kreiseihrer Vertrauten zu verkehren. Es war nahe um Mitternacht undder König wie gewöhnlich in dem anstoßenden Gemache beschäftigt.Unter den Anwesenden befanden sich, außer den Gliedern der könig-lichen Familie und der Donna Beatriz mit ihrer liebenswürdigenRichte — der Erzbischof von Granada, Luis de St. Angel und Alonzode Quintanilla, von denen die beiden Letzteren zum Zwecke einerVernehmung über die Einkünfte der Geistlichkeit durch den Prälatenvor ihre durchlauchtige Gebieterin beschieden worden waren. DieGeschästsangelegenheiten waren nun bereinigt und Jsabella ver-schönerte den Kreis durch ihre huldreiche Herablassung und ihreedle, weibliche Anmuth.
„Hat man neuere Nachrichten von den unglücklichen, irregelei-teten Hebräern, Herr Erzbischof?" fragte Jsabella, deren edlesGefühl stets die Strenge bereute, zu deren Vollziehung sie durchdie religiöse Abhängigkeit von ihren Beichtvätern verleitet wordenwar. „Unsere Gebete dürfen sie gewiß begleiten, wenn auch Pflichtund Klugheit ihre Vertreibung forderten."
„Sennora," antwortete Fernando de Talavera; „sie dienenohne Zweifel dem Mammon unter den Mauren und Türken, wiesie ihm in Spanien gedient haben. Laßt Euer huldvolles Herznicht bekümmert sepn wegen dieser Abkömmlinge der Feinde undKrcuziger Ehristi, die, wenn überhaupt Leiden über sie kommen, nurdie unaussprechliche Schuld ihrer Voreltern büßen. Meine gnädigsteGebieterin wolle lieber die Herren St. Angel und Quintanilla hierfragen, was aus ihrem Schützling, dem Genuesen Colon, gewordenist, und ob sie hoffen, daß er bald zurückkehre und den Groß-Chanals Gefangenen bei dem Barte herbeischleppe."