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wachte Jsabella an seinem Bette mit der unermüdlichen Zärtlichkeiteiner ergebenen Gattin, und ihre Gedanken weilten mehr bei demGegenstände ihrer Liebe, als bei irgend einem, wenn auch nach sovortheilhasten weltlichen Interesse. Dann folgten Untersuchungenüber die Beweggründe des Mörders: denn man wittert bei solchenAnlässen immer Verschwörungen, obgleich die Geschichte wahrschein-lich zeigen würde, daß bei weitem die Mehrzahl solcher verruchtenVersuche gegen daS Leben eines Herrschers mehr die Ergebnisse derVerblendung Einzelner sind, als die Früchte tief angelegter, ver-brecherischer Plane.
Jsabella, deren edle Seele über das Unglück, welches sie inihrem Wahnglauben über die Juden verhängt hatte, tief bekümmertwar, sollte nicht auch noch den Schmerz empfinden, um den gewalt-samen Tod ihres Gatten trauern zu müssen. Ferdinand genas all-mählig wieder. Alle diese Vorfälle, vereint mit den allgemeinenRegierungssorgen, hatten Columbus'Reise sogar aus dem Gedächt-nisse der Königin verdrängt, während der staatskluge Ferdinandschon längst das auf die Ausrüstung verwendete Gold verloren gab.
Der balsamische Frühling des Südens begann wie gewöhnlich,und die fruchtbare Provinz Catalonien hatte sich bereits an demSchlüsse des Monats März in das entzückendste Grün gekleidet. DerKönig war schon seit einigen Wochen wieder seinen gewöhnlichenGeschäften zurückgegeben, und Jsabella, der ängstlichen Sorge umdas Leben ihres Gemahls entnommen, verfolgte wieder den ruhigenGang ihrer Pflichten und ihres WohlthätigkeitsstnneS. Durch dieneuesten Ereignisse dem Prunke ihrer Stellung immer mehr abgeneigtund stets nach den stillen Freuden des häuslichen Lebens sich sehnend,hatte diese vortreffliche Frau in der letzten Zeit mehr, als sie je ge-wohnt war, unter ihren Kindern und Vertrauten gelebt — ein Kreis,der ihren Neigungen am meisten zusagte. Ihre früheste Freundin,die Marquifln von Moha, war natürlich beständig in der Nähe vonihrer Person, und Mercedes brachte ihre meiste Zeit entweder in