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„WoKreuz? Sehen nichtKreuz — oben im Himmel ? — oder wo?— zeigen Ozema Kreuz jetzt — Luis' Kreuz — Kreuz Luis' lieben."
Der junge Mann trug Mercedes Abschieds-Geschenk auf sei-nem Herzen; er erhob die Hand, brachte das kleine Geschmeidezum Vorschein, drückte es mit frommer Gluth an seine Lippen,und bot cs dann dem Jndianermädchen dar.
„Sieh" — sagte er — „dieß ist ein Kreuz; wir Spanierverehren und segnen es. Es ist die Bürgschaft unseres Heils."
„Dies Luis' Gott?" fragte Ozema etwas überrascht.
„Nicht doch, armes umnachtetes Mädchen —"
„Was umnachtet?" fiel die wißbegierige Tochter Hayti'S leb-haft ein; denn kein Ausdruck, den der junge Mann auf sie anwen-detc, blieb von ihrem aufmerksamen Ohre unbeachtet.
„Umnachtet nennt man diejenigen, welche nie von dem Kreuzeund den unendlichen Gnaden, die demselben entströmen, gehört haben."
„Ozema nicht umnachtet jetzt," rief das Mädchen, das Kleinodan ihre Brust drückend. „Haben Kreuz — behalten Kreuz —nicht umnachtet wieder, nie. Kreuz Mercedes." — Denn in Folgeeines jener Mißverständnisse, die bei dem Beginne des Verkehr»zwischen solchen, welche verschiedene Sprachen reden, nicht seltenfind, hatte die junge Indianerin fich aus Luis' häufigen, unwill-kührlichen Ausrufungen den Begriff gebildet, daß ,Mercedes allesHerrliche und Vortreffliche bezeichne.
„Ich wünschte in der That, die, welche Du nennst, hätte Dichin ihrer zärtlichen Obhut, damit sie Deine reine- Seele zur richti-gen Erkenntniß Deine» Schöpfers führe! Dieses Kreuz ist nichtMercedes selbst, sondern kommt von ihr, und Du wirst wohl thun,es zu lieben und zu segnen. Hänge die Kette um Deinen Hals,Ozema, denn dieses kostbare Zeichen kann dazu beitragen, Dich zuretten, wenn uns der Sturm noch vor dem Anbruch des Morgen»an die Küste Wersen sollte. Diese» Kreuz ist ein Sinnbildder Liebe, die nicht stirbt."