An dem Gestade lagen überall Vorräthe aller Art, und augen-scheinlich arbeiteten die Spanier und die Leute GuacanagariS gemein-schaftlich an der Erbauung einer Art von Fort — eine Andeutung,daß große Veränderungen vorgefallen waren. Ozenia wurde als-bald i» die Wohnung eines Eingebornen gebracht, und beide Aben-teurer beeilten sich, mit ihren Freunden zusammenzutreffen, umüber das, was sic gesehen hatten, Aufklärung zu erhalten.
ColumbuS empfing seinen jungen Freund gütig, aber sehrbekümmert. Die Art, wie das Schiff verloren ging, ist oft erzähltworden, und Luis erfuhr, daß man eine Colonie in dem Fort zu-rücklafsen wolle, da die Ninna zu klein war, um die Gesammk-mannschast nach Spanien zurückzuführen. WaS nicht da zu bleibenbestimmt war, sollte unverzüglich den Heimweg antreten. Guacana-gari hatte sich sehr theilnehmend und gütig erwiesen, während Jederzu sehr mit dem Schiffbruch beschäftigt gewesen war, um unserenHelden zu vermissen oder den Gerüchten Gehör zu geben, die überein so gewöhnliches Ereigniß, als das des Einfalls eines Cariben-häuptlings, der eine indianische Schönheit entführe» wollte — inUmlauf kamen. Vielleicht war auch dieser Vorfall noch zu neu,um an dem Ufer bekannt zu scyn.
Die Woche, welche Luis' Rückkehr folgte, wurde in größterThätigkeit zugebracht. Die Santa Maria war am ChristtagS-inorgen 1492 gescheitert und am vierten Januar des folgendenJahrS war die Ninna bereit, ihre Rückreise anzutreten. Dieseganze Zeit über hatte Luis Ozema nur einmal gesehen und sie beidieser Gelegenheit bekümmert, stumm und einer welkender Blumeähnlich gefunden, die selbst bei dem Sinken des Kelches noch ihreSchönheit behält. Am Abend des dritten Januars jedoch wurdeer, als er sich in der Nähe des neuerbauten ForteS umtrieb, durchSancho zu einem zweiten Besuche aufgefordert. Zu seiner großenUeberraschung traf er den jungen Kaziken bei seiner Schwester.
Obgleich bei dieser Gelegenheit die Sprache fehlte, so verstanden