Entfernungen und einen nackten Körper abgeschossen wurden, tödten,aber es mochte sehr zweifelhaft erscheinen, ob sie auch im Stande waren,den starken Sammt, welcher Luis umhüllte, zu durchdringen; über-dieß war eine Entfernung von fünfzig Ellen nicht nahe genug, umviel befürchte» zu lassen. Der Belagerte erlaubte sich nicht, sich zude» Felsen zurückzuziehen, da ein freier Raum zu dem Gebraucheseines guten Schwertes unerläßlich war, von welcher Waffe alleiner sich den Sieg versprach.
ES war vielleicht ein Glück für unfern Helden, daß sich Cao«nabo selbst nicht unter den Anrückenden befand. Dieser furchtbareHäuptling, welcher die fliehenden Frauen aus einige Entfernungverfolgte, da er diejenige, welche er suchte, unter ihnen vermuthcte —würde ohne Zweifel dem Kampfe durch einen verzweifelten Angriffein rasches Ende gemacht haben, wo daun wahrscheinlich die Menge überden Muth und die Gewandtheit den Sieg davon getragen habenwürde. Aber die Feinde, mit denen man es jetzt zu thun hatte,
schlugen einen andern Weg ein, indem sie zu ihren Bogen griffen.
Der Geschickteste unter ihnen legte einen Pfeil auf und ließ ihnfliegen. Das Geschoß glitt von dem Schilde des Ritter ab und
traf die Wand hinter ihm so leicht, als ob hier von nichts anderem
als einem müßigen Spiele die Rede sey. Ein zweiter folgte, undLuis wehrte ihn mit seinem Schwerte ab, da er es verschmähte,gegen eine solche Armseligkeit den Schild zu erheben. Die Kalt-blütigkeit, mit welcher er den Angriff aufnahm, veranlaßte die In-dianer, ein Geschrei zu erheben, von dem Luis nicht wußte, ob eres für Bewunderung oder für Wuth deuten solle.
Der nächste Angriff war umsichtiger, da er auf einem Grund-sätze beruhte, den auch Napoleon befolgt haben soll, wenn er dieArtillerie spielen ließ. Die sechs oder acht, welche Bogen besaßen,entsandten gleichzeitig ihre Pfeile, und in Einem Fluge pralltendiese Waffen auf dem Schilde des Angegriffenen an. Es war nichtleicht, einem derartigen vereinten Anstürmen ganz zu entgehen,