die Insel zu untersuchen, kreuzte dann durch die seit jener Zeit so be-titelte WindwärtSpaffage und berührte zum erstenmale die Ufer vonHayli. Inzwischen wurde der Berkehr mit den Eingebornen, sogut es die Umstände gestatteten, fortgeführt, und die Spanier ge-wannen in Folge der menschenfreundlichen und klugen Maßregelnihres Admirals allenthalben Freunde. Allerdings kamen auch hinund wieder Gewaltthäligkeiten vor, worunter z. B. das Aufgreifenvon einem halben Dutzend Indianer, um sie der Königin DonnaJsabella zum Geschenke zu machen, gezählt werden muß: doch läßtsich dieser Schritt durch die Gebräuche jenes Zeitalters rechtfertigen,da man dabei sowohl die Achtung vor dem königlichen Ansehen, alsauch das Seelenheil der Gefangenen im Auge hatte.
Die Abenteurer waren von dem kühnen und doch so ansprechen-den Anblick von Hayti entzückter, als sie selbst bei dem der benach-barten Insel Cuba gewesen waren. Sie trafen daselbst wohlge-bildetere und gesittetere Einwohner, als ihnen bisher vorgekommenwaren, ohne daß sie dabei jener Sanftmulh und Gelehrigkeit entbehr-ten, welche dem Admiral so wohl gefallen hatte. Man traf auchGold in beträchtlicher Menge, und die Spanier leiteten einen ziemlichausgedehnten Handelsverkehr ein, in welchem auf der einen Seitedas gewöhnliche LockungSmittel für den civilisirtcu Menschen alshöchstes Ziel galt, während auf der andern Falkenschellen da-hauptsächlichste Crforderniß zu sehn schienen.
In dieser Weise, wie auch in manchen Ausflügen aufGerathe-wohl längs der Küste hin, war der Admiral bis zum 20. Dezemberbeschäftigt, als er endlich einen Punkt erreichte, in dessen Nähe demVernehmen nach die Residenz des großen Kaziken dieses ganzenJnselstricheS lag.
Dieser Fürst, dessen Namen in der spanischen Mundart Gua-canagari lautete, hatte viele tributpflichtige Kaziken, und war, soviel man aus de» halbverständlichen Beschreibungen seiner Nnter-thanen eninehmen konnte, ein sehr beliebter Regent. Am 22.,