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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Horizont, denn jeder hoffte zuerst das erfreuliche Ereigniß ankün-digen zu dürfen. Der RufLand" war aber in den letzten Tagenüber die Maaßen häustg geworden, und ColumbuS hatte darausVeranlassung zu der Bekanntmachung genommen, daß Zeder, wel-cher denselben fürderhin ohne zuverlässigen Grund laut werden ließe,der von de» Herrschern verheißenen Belohnung verlustig werdensollte, selbst wenn er in der Folge der Erste wäre, welcher deSwirklichen Landes ansichtig würde. Diese Drohung bewirkte einegrößere Vorsicht, und so erwartungsvoll und aufregend auch die TagedeS achten, neunten und zehnten Oktobers waren, so vcrrieth dochkein Laut die übereilte Hast deS Auslugenden. Da man im LaufedeS zehnten weiter gekommen war, als an den beiden vorhergehen-den Tagen zusammengenommen , so bewachte man den Abcndhimmelmit einer Sorgfalt, wie man sie nie früher auf einen Sonnen-untergang verwendet hatte. In der That war dieß auch für eineUntersuchung des westlichen Horizonts der günstigste Augenblick,denn das entschwindende Licht beleuchtete jenen ganzen Wassersaumin einer Weise, welche dem Auge alle seine Geheimnisse anfschloß.

Ist dieß eine Spitze Landes?" fragte Pepe Sancho mit leiserStimme, als sie neben einander auf einer Raa lagen und denletzten Rand der Sonne, einem schimmernden Sterne gleich, andem Kimme versinken sahen,oder ist es wieder eines jener trüge-rischen Dunstbilder, welche uns in der letzten Zeit so oft geneckt haben?"

Weder das Eine noch das Andere," versetzte der ruhigereund erfahrenere Sancho;sondern ein Steigen der See, wie manes gewöhnlich an der äußersten Glänze des Meeres bemerkt. HastDu je eine so tiefe Windstille erlebt, daß das Wasser den Hori-zont wie ein ebener Kreis umsinge? Nein, nein, diese Nachtkriegen wir im Westen kein Land zu Gesichte, denn das Meer stehtin dieser Richtung so leer aus, als blickten wir von Ferro'S West-ufer in die breite Fläche des atlantischen Weltmeers hinaus. Ichwill wohl glauben, daß das Recht aus der Seite unseres edlen