371
von Witz und Verstand ist, stellte die Behauptung auf, daß diesesMeer, in welches wir immer tiefer und tiefer hinein zu kommenscheinen, versunkene Inseln bedecke und daß die Gräser, derenstets sich mehrende Anhäufung nicht in Abrede gezogen werdenkann, in Bälde so übermäßig auf der Oberfläche des Wasserswerden dürften, daß den Caravelen eben so gut die Möglichkeitzum Weiterkommen als zum Nmkehren benommen seyn müsse."
„Findet diese einfältige Ansicht Martins Glauben?"
„Allerdings, Sennor Almirante, und das aus dem einfachenGrunde, weil es weit leichter ist, Leute zu finden, die eine Abge-geschmacktheit, als Andere, welche nur eine Wahrheit glaubenwollen. Aber der Bursche stützt sich auf einige unglückliche Zufälle,die nothwcndig von finsteren Mächten herrühren müssen, deneneS nicht wohl besonders lieb seyn kann, Eure Ercellenz Cathayin der Absicht erreichen zu sehen, den Groß-Khan zum Christen-thum zu bekehren und den Baum des heiligen Kreuzes aufzupflan-zen. Außerdem werden auch Viele durch diese Windstille beunruhigt,und man fängt an, die Vögel als Geschöpfe zu betrachten, dieuns Satan selbst sandte, um uns nach Orten zu führen, von wowir nicht mehr zurückkehren können. Einige glauben sogar, wirwürden auf Sandbänke treffen und für immer als gestrandeteWrakS mitten auf dem weiten Ocean liegen bleiben."
„Sage den Leuten, sie sollen Vorkehrungen zum Lothen treffen:jch will ihnen wenigstens die Thorheit dieser Idee zeigen. Sorgenur dafür, daß Alle diesem Versuche beiwohnen."
ColumbuS wiederholte diesen Befehl gegen die Piloten, welchedas Senkblei in der gewohnten Weise auSwarfen. Faden um Fa-den glitt über die Rolle, und das Blei, welches seinen unwandel-baren Weg nach der Tiefe einschlug, haspelte sich so weit ab, daßman wegen Mangels an Tau inne halten mußte.
„Ihr seht, meine Freunde, daß ihr noch mehr als zweihundertFaden von den Sandbänken, die ihr so sehr fürchtet, entfernt seyd,