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Räthsel des Menfchenherzens— der größere Theil des Schiffsvolkeskonnte dennoch nicht erwarten, bis die Anker gelichtet und die Le-ge! ausgesetzt wurden, war es auch nur deßhalb, um den Gegnernim Wettrennen den Rang abzulaufen. ColumbuS selbst fühlte dieernstesten Besorgnisse, denn es schien in der That, als beabsichtigeein hartes Geschick, ihm den Becher von den Lippen zu reißen,als er ihn nach so vielen peinlichen Leiden und Zögerungen eben erstangesetzt hatte. Er brachte daher die Nacht unter schwerer Be-kümmerniß zu und war am Morgen der Erste auf den Beinen.
Mit dem Grauen des Tages war Alles munter, und da dienöthigen Vorbereitungen bereits in der Nacht getroffen wordenwaren, so befanden sich bei dem Ausgang der Sonne die dreiSchiffe — die Pinta wie gewöhnlich voran — bereits auf demWege. Der Wind war leicht, und das Geschwader hatte kaumFahrt genug, um auf die Steuer zu lüstern; demungcachtet wur-den, da jeder Augenblick kostbar schien, die Schnäbel der Fahrzeugenach Westen gerichtet. Sie waren noch nicht lange in der See,als eine Caravele, deren sie schon seit einigen Stunden ansichtiggewesen waren, mit schlagenden Segeln an ihnen vorbei kam. DerAdmiral rief sie an und fand, daß sie von Ferro, der südwestlichstenInsel dieser Gruppe, kam und auch fast ganz in demselben Cursegesteuert hatte, welchen unsere Flottille einzuschlagen gedachte, solange sie sich in bekannten Meeren befand.
„Bringst Du Neuigkeiten von Ferro," fragte ColumbuS, alsdas fremde Schiff langsam an der Santa Maria vorbeitrieb, denndie Fahrzeuge legten in der Stunde wenig mehr als eine Meilezurück — „Gibt es nichts Bemerkenswerthes in jener Gegend."
„Wüßte ich, daß ich mit Don Christoval Colon, demGenuesen spräche, welchen Ihre Hoheiten mit einem so großenAufträge beehrt haben, so würde ich mich eher verpflichtet fühlen,das, was ich gehört und gesehen habe, mitzutheilen, Sennor," wardie Antwort.