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ragen. Im südlichen Europa wird der Name Schiff aus dem la-teinischen nnvis abgeleitet und gilt mehr als allgemeine Bezeichnung,ohne besondere Rücksicht auf Bau und Takelweik, und in diesemSinne konnte man auch die Caraoele ein Schiff nennen, obgleichvielleicht der kunstgerechte Ausdruck des Seemanns anders lautete.
Man hat mit Recht ein großes Gewicht auf die Thatsachegelegt, daß zwei der bei diesem Unternehmen betheiligten Schiffekein Deck hatten. Da in jener Zeit die meisten Wafferfahrten nurdie Küsten entlang gingen und, auch wenn man Inseln besuchte, nurwenige Tage dauerten, so befanden sich die Fahrzeuge fast immerin der Nähe des Landes, und es war bekanntlich eine noch in unserenTagen auf den südlichen europäischen Meeren übliche Gewohnheitder Seeleute, bei Annäherung eines Sturmes einen Hafen zu suchen.Unter solchen Umstände» waren Decke keineswegs so wesentlich fürdie Sicherheit des Fahrzeugs, die Beschützung der Ladung oderdie Bequemlichkeit der Mannschaft, als wenn man in den Fall ge-setzt wird, gegen die volle Wuth der Elemente Stand halten zumüssen. Demungeachtet darf der Leser nicht glauben, daß diesedecklosen Schiffe ganz ohne Schutz von oben gewesen wären, dennauch diese Caravelen hatten gewöhnlich, wenn sie die hohe See be-fuhren, Schanzen und Backen, die durch Lausplanken mit einanderin Verbindung standen, während getheerteS Segeltuch darüber befe-stigt war, um die Ladung gegen die Sprühe der Wogen zu schützen.
Man muß jedoch auch nach allen diesen Erläuterungen zugeben,daß die Ausrüstungen zu Colon'S Unternehmen in den Augen deserfahrenen Seemanns als keineswegs genügend für die Größe undGefahr desselben erscheinen konnten, obgleich vielleicht ihre Unzu-länglichkeit von Laien im Seewesen allzusehr übertrieben wurde.Jedenfalls ist eg unwahrscheinlich, daß die Matrosen jener Zeit siefür unbedingt unzureichend hielten, da Leute, welche die Gefahrendes OceanS so gut kannten, als die Pinzons — wohl kaum freiwilligihr Schiff, ihr Geld und das eigene Leben bei einer Expedition auf's