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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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sehr von einander verschieden. Wir können woh! ruhig über Grund-sätze räsoniren,deren praktische Anwendung aber viele Mühe kostet. DeinWesen ist freimüthig und offen, junger Mann, nnd fürchtet wederden Spott des Christen noch die Lanze des Mauren, wie denn auchDein Wort gegen Beide furchtlas und wahr sehn wird. Du bistselbst ein Castilianer. Glaubst Du wirklich, daß einer aus DeinemKönigreich besser sey, als Jemand aus Genua?"

Gewiß nicht, wenn der Genuese Christoval Colon und derCastilianer nur Luis de Bobadiila ist, Sennor," antwortete derjunge Mann lächelnd.

Du umgehst eine unumwundene Antwort hegst auch Duirgend eine derartige Anficht, wie die, welche Pepe's Weib so offenausgesprochen hat?"

Was wollt Ihr, Sennor Christoval! Der Mensch ist inSpanien, in Italien wie in England der nämliche. Ist eS nichtseine Erbsünde, gut von sich selbst, und schlimm von seinem Nach-bar zu denken?"

Ich möchte auf meine einfache und offen gestellte Frage dieunumwundene Wahrheit hören, Luis."

Eine höfliche, ehrliche Antwort sollte man nicht für eineausweichende nehmen. Wir Castilianer find demüthige und äußerstfromme Christen, weshalb wir uns für fehlerlos und die übrigenMenschenkinder für offenkundige Sünder halten. Bei St. JagoSheiligem Glauben und gesegnetem Andenken! es reicht wahrlich hin, einVolk eitel zu machen, wenn es eine Königin wie Donna Jsabellaund eine Jungfrau wie Mercedes de Valverde hervorgebracht hat!"

Nun was die Königin und Deine Geliebte betrifft, so hast DuRecht und ich muß mich zufriedenstellen, obgleich es keine Antwortauf meine Frage ist. Aber mag ich auch immerhin kein Casti-lianer sehn nicht einmal die GuzmanS haben es gewagt, eineReise nach Cathay zu unternehmen, und das HauS von Trastamarawird vielleicht noch froh seyn, seine Verpflichtungen gegen einen