234
„Ihr habt sie gesehen, Sennor, und könnt sagen, ob sie nichtwürdig ist, die Herzen aller Jünglinge von Spanien zu erfüllen."
„Sie ist schön, tugendhaft, edel, und eine eifrige Göunerinunserer Reise; dieß sind lauter seltene Tugenden, daher man DirDeine Begeisterung für sie wohl verzeihen kann. Aber vergißnicht, daß Du, um sie zu gewinnen, zuerst Cathay zu Gesichtbekommen mußt."
„Ihr meint doch wohl in der Wirklichkeit, Sennor Admiral?denn das Auge meines Geistes sieht schon jetzt fast nichts anderes:Mercedes steht an dem User und heißt mich lächelnd willkommen —ja, beim heiligen Paul, bisweilen winkt sie mir mit einem Lächeln,das die Seele mit seinem Zauber erglühen macht, obgleich die Beschei-denheit, die aus ihrem Blicke spricht, wieder Alles zur Ruheverweist. Die heilige Jungfrau sende uns ja recht bald günstigenWind, daß wir einmal aus diesem verdrüßlichen Flusse und demlangweiligen Kloster hcrauskommen!"
Columbus erwiederte nichts, denn wenn er auch jede Rücksichtauf die Ungeduld eines Liebenden nahm, so wendeten sich doch seineGedanken auf zu ernste Gegenstände, als daß ihn die Thorheiteneines verliebten Träumers auf die Dauer hätten unterhalten können.
Dreizehntes Kapitel.
Zapda klaget nicht allein —
Nein, jedes Auge weint um ihnIn der Alhambra Prachtpalast,Und um den Quell von Albaicin.
Bryant.
Der Augenblick der Abreise kam endlich heran. Der Genuesehatte ihn so lange schon herbeigesehnt; aber jetzt waren auch die kummer-vollen Jahre der Entbehrung, der Vernachlässigung und der Vertrö-stung vergessen, oder kehrten doch, wenn sie sich in irgend einer Weise