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habe den Ritter gesehen. Er ist ein unsteter, tollköpstger, gottloser^junger Mensch, von dem sich nichts Gutes erwarten läßt."
»Ich fürchte, dieß ist nur zu wahr," erwiederte Fray JuanPerez mit schwermüthigem Kopfschütteln; — »und doch sagt man,er sey ein tapferer Ritter und die beste Lanze in ganz Spanien."
„Ja, das mag vielleicht seyn," antwortete Luis und räuspertesich etwas lauter, als es der Anstand gestattete, denn seine Kehlebegann etwas heißer zu werden—„ja, er mag das vielleicht seyn;allein was nützt eine gute Lanze ohne einen guten Character? Ichhöre wenig Empfehlendes von diesem jungen Conde de Llera."
»Ich glaube doch nicht, daß er das ist, wofür man ihn imAstgemeinen hält," antwortete der einfache Mönch, ohne im min-desten die Maske seines Gefährten zu ahnen; „und ich weiß auch,daß Einige eine gute Meinung von ihm haben—ja, ich möchte sagen,daß es deren gibt, deren Leben und Seelen von ihm hingenommen sind."
„Frommer Franziskaner! — warum willst Du mir nicht dieNamen Einiger dieser Personen nennen?" fragte Luis mit einemUngestüm, welches den Prior stutzig machte.
„Und warum sollte ich das gegen Dich eher, als gegen einenAndern thun, junger Mann?"
„Warum, Vater? — Ei aus mehreren — aus den trefflich-sten und unwiderleglichsten Gründen. Erstlich bin ich selbst einjunger Mann, wie Du stehst, und Beispiele, sagt man, sind besserals Lehren. Dann bin ich auch ein wenig dem Wanderleben er-geben, und es kann mir vielleicht Vortheil bringen, wenn ich weiß,wie Andere mit demselben Hangs fahren. Außerdem würde eSmein innerstes Herz erfreuen, wenn ich hörte, daß — doch zweizureichende Gründe find besser, als drei, und die erstere Zahl habeich Dir bereits aufgesührt."
Fray Juan Perez war ein frommer Christ, ein eifriger Geist-licher und ein freisinniger Gelehrter, aber einfach, wie ein Kind, inDingen, die mit der Welt und ihren Leidenschaften in Verbindung