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Du Deine Verehrung und Liebe für die Königin in dieser Weisean den Tag legtest, in meiner Achtung nicht verloren, denn Nie-mand vermag die weibliche Tugend zu schätzen, wenn Sie er nichtehrt, welche die beste Repräsentantin ist."
„Thue ich das nicht auch, theure Tante, indem ich Dein«Mündel anbete? Gibt nicht in gewisser Hinsicht meine Wahl selbsteine Bürgschaft für die Aufrichtigkeit und Innigkeit eines solchenGefühls?"
„Ei! Luis de Bobadilla! eS ist nicht schwer, das Herz zulehren, daß cs sich einer der reichsten und edelsten Jungfrauen Spa-niens zuneige, wenn sie zufälligerweise auch noch die Schönste ist!"
„Bin ich etwa ein Heuchler, Marquise? und glaubst Du, derSohn Deines Bruders sep im Stande, Gefühle zur Schau zutragen, die er nicht empfindet? Kannst Du mir zur Last legen,daß mich ein so niedriger Beweggrund, wie die Liebe zu Gold undLändereien, leite!"
„Zu fremden Ländern, unbesonnener Knabe," erwiederte dieTante lächelnd, „nicht zu den Ländereien Anderer. Nein, Luis, —Niemand, der Dich kennt, wird Dich der Heuchelei beschuldigen.Wir glauben an die Wahrheit und Glut Deiner Gefühle, und ge-rade deßhalb müssen wir Deiner Leidenschaft am meisten mißtrauen."
„Wie? werden geheuchelte Gefühle von der Königin und Dirmehr geachtet als wahre? — eine unächte und erkünstelte Liebemehr, als die ehrliche, aufrichtige, männliche Leidenschaft?"
„Gerade dieses ehrliche Gefühl, diese aufrichtige, männlicheLeidenschaft, wie Du es nennst, ist am allerehesten geeignet, Mit-gefühle in dem zarten Busen eines jungen Mädchens zu erwecken.Wenn der Kopf nicht durch Eitelkeit verkehrt ist, so gibt eS keinenbessern Prüfstein für die Zuverlässigkeit der Gefühle, als das Herz,und je offener die Leidenschaft hervortritt, desto eher muß sie demGegenstände derselben tn'S Auge fallen. Zwei Tropfen Wasserfließen nicht natürlicher zusammen, als zwei Herzen, Neffe, wenn