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seine Verhältnisse übte. Das redlich gemeinte Lob der Königinfand unmittelbar den Weg zu dem Herzen der Marquise, welcheihre hohe Gebieterin fast abgöttisch liebte, da ste aus ihrem langenund vertrauten Umgang mit derselben den Character JsabellenS inseiner ganzen Reinheit — man möchte fast sagen Heiligkeit —kannte, und als ste die Worte ihres Neffen der Letzteren hinter-brachte, fanden dieselben um der anerkannten Wahrheitsliebe derMarquise willen unbedingten Glauben. Wie geläutert auch im All-gemeinen unsere Ansichten sehn mögen, so ist doch die Neberzeugung,von Andern geachtet und geschätzt zu werben, der sicherste Weg, aufwelchem das Herz zugänglich ist, indeß von allen göttlichen Be-fehlen der der Feindesliebe am allerschwersten in Anwendung kömmt.Isabelle, war ungeachtet ihrer hohen Bestimmung und ihrer herr-lichen Eigenschaften durchaus ein Weib, und als ste in Erfahrungbrachte, daß der Jüngling, trotz ihrer Kälte gegen ihn, in derThat eine so tiefe Verehrung für ihren Character hegte und ihreGefühle und Beweggründe in der Weise zu schätzen wußte, wie stees der Stimme ihres Gewissens zufolge auch verdiente, so wurdeste weit mehr geneigt, seine Mängel mit Nachsicht zu betrachten,und das, was unter weniger günstigen Verhältnissen vielleicht füreine unedle Neigung gehalten worden wäre, bloS dem regeren Le-benSmuthe der Jugend beizumeffen.
Doch wir greifen dem Gange der Dinge vor. Die erste Folgevon Luis' Worten war ein milderer Ausdruck in den Zügen seinerTante, und eine größere Willfährigkeit, seine Bitte um eine Zu-sammenkunft mit Mercedes nachsichtsvoller zu behandeln.
„Ich habe Dir vielleicht Unrecht gethan, Luis," nahm DonnaBeatriz wieder auf, und ihr Benehmen bekundete die plötzlicheVeränderung ihrer Gefühle — „denn ich sehe, daß Du DeinerPflicht gegen Ihre Hoheit eingedenk bist, und den fast himmlischenGerechtigkeitssinn, der in ihrem Herzen und durch dieses überganz Caflilien waltet, zu schätzen weißt. Du hast dadurch, daß