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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Jsabella lächelte über die Begeisterung des Seefahrers, undsein Enthusiasmus fand gewissermaßen ein Echo in ihrem frommenHerzen, obgleich die Zeit der Kreuzzüge vorüber zu seyn schien.Bei Ferdinand war es nicht ganz so. Er lächelte zwar auch, ohuedaß jedoch eine diesem heiligen Eifer entsprechende Regung inseinem Innern geweckt worden wäre. Es kam ihm im Gegentheilnicht sehr weise vor, das Eommando über zwei, wenn auch nurunbedeutende Caravelen und die Verfügung über eine Summevon dreitausend Kronen einem Träumer anzuvertrauen, welcherkaum in einem doch sehr zweideutigen Unternehmen den Anfanggemacht halte und sich schon mit der Ausführung eines anderentrug, welches den vereinten Kräften und der Beharrlichkeit vonganz Europa Trotz geboten hatte. Die Entdeckung einer Wcstfahrtnach Indien und die Wiedergewinnung des heiligen Grabes warenihm zwei gleich problematische Aussichten, und Jeder, der an dieAusführbarkeit des Einen oder Andern glaubte, durfte sicher sepn,sein Mißtrauen auf sich zu ziehen. Nun aber hatte man es hier'mit einem Manne zu thun, der im Begriffe war, einen Versuchzu Ausführung des Elfteren zu unternehme«, und der sich dasLetztere für den Fall vorbehielt, daß das bereits unternommeneWerk gelingen sollte.

Ferdinand sann einige Minuten ernstlich nach, wie er die Ent-würfe des Genuesen noch vereiteln könne, und es ist ungewiß, inwie weit seine kalte, berechnende Politik über den festen Glauben,die einfache Geradheit und die neu erwachte Begeisterung seinerGemahlin die Oberhand gewonnen hätte, wenn das Gespräch hierabgebrochen worden wäre.

Zum Glücke hatte die Unterhaltung während seines Nachsin-nens ihren Fortgang genommen, und als er wieder in den Kreistrat, fand er, daß die Königin und der Seefahrer den Gegenstandmit einem Ernste verfolgten, welcher sie seine vorübergehende Ab-wesenheit hatte ganz übersehen lassen.