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„Zum Zeichen, daß Dich Deine Sinne nicht trügen, Don Luis,magst Du meine Hand hier als Pfand des Ernstes meiner Ab-sichten nehmen."
Diese gütigen Worte und die Anmuth, womit sie ihre Handhinreichte, ließ einen Strahl von Hoffnung in die Seele des Lie-benden fallen — eine Wonne, die ihm fremd geblieben war, seiter erfahren hatte, daß er sich die Gunst der Königin gewinnenmüsse, wenn er sein Glück sichern wolle. Er knieete ehrfurchtsvollnieder, küßte die Hand der Herrscherin, und fragte, ohne seineStellung zu verändern, ob er sogleich abreisen solle, um den ihmaufgetragenen Dienst in Vollzug zu setzen.
„Stehe auf, Don Luis, und verliere keinen Augenblick, umdas schwere Herz des Genuesen — und ich möchte fast sagen, auch dieunsrigen — zu erleichtern; — denn, Tochter Marquise, seit diesesheilige Unternehmen meine Seele mit einem plötzlichen, fast wunder-baren Lichte erleuchtet hat, ist eS mir, als ob ein Berg auf meinerBrust liege, so lange Sennor Christoval keine Kunde über denStand der Dinge hat."
Luis de Bobadilla erwartete keinen zweiten Befehl, sondernentfernte sich so schnell, als es die Etiquette erlauben mochte, undsaß in der nächsten Minute im Sattel. Bei seinem Erscheinenhatte sich Mercedes in eine Fensternische zurückgezogen, wo sieglücklicherweise den Hof überblicken konnte. Als ihr Geliebter aufdem Pferde saß, wurde er ihrer ansichtig, und obgleich die Sporenbereits in die Seite» seines Rosses gesetzt und die Zügel angezogenwaren, warf er doch noch einmal courbettirend das Roß herum.Die Gefühle der Jugend sind so voll Schwungkraft und die Hoff-nungen der Liebe so einschmeichelnd, daß ihre Blicke, welche sich nunwechselseitig begegneten, den Ausdruck des höchsten Entzückens trugen.Beide dachten im gegenwärtigen Augenblicke eben so wenig an dieverzweifelten Wechselfälle der beabsichtigten Reise, als an dieWahrscheinlichkeit eines möglichen, ungünstigen Erfolges, oder an die