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für einen klugen Fürsten, aber ein solcher Titel schließt nicht noth-wendig auch den des Edelmuths und der Gerechtigkeit in sich. Erlächelte über die neu entzündete Begeisterung seiner Gemahlin undfuhr fort, in einem Papiere zu lesen, welches ihm eben von einemSchreiber eingehäudigt worden war.
„Eure Hoheit fühlt jetzt, wie Donna Jsabella von Castilien fühlenmuß, wenn es sich um die Ehre Gottes und die Verherrlichungihrer Krone handelt," fügte Beatriz de Cabrera bei, indem sie sichjener Freimüthigkeit der Rede bediente, welche die Königin inihrem vertraulicheren Verkehre so sehr ermuthigte. „Ich möchtelieber das Wort hören, welches diesen Colon zurückruft, als nocheinmal Zeuge des LärmcnS sehn, der unseren letzten Sieg über dieMauren begleitete."
„Ich weiß, daß Du mich liebst, Beatriz," rief die Königin,„und wenn in Deiner Brust nicht ein treues Herz schlägt, so istein solcher Edelstein unter der gefallenen Menschheit nicht mehr zufinden."
„Wir alle lieben und verehren Eure Hoheit," fuhr de St.Angel fort, „und wir wünschen nichts als Euren Ruhm. DenktEuch die Blätter der Geschichte geöffnet, Sennora, und denkt Euchnach der großen That der Besiegung den Mauren, die noch größereder Entdeckung einer leichten und schnellen Verbindung mit Indien,die Ausbreitung der Kirche, und den Erguß unerschöpflichen Rcich-thumS über Spanien. Dieser Colon wird freilich bei kälteren undmehr selbstsüchtig berechnenden Menschen keine Unterstützung finden,aber sein Unternehmen sucht den hochherzigen Beistand derjenigen,welche für Gottes Ruhm und das Wohl der Kirche viel wagen können."
„Ah! Sennor de St. Angel, Du schmeichelst und beleidigstmit dem gleichen Athemzuge."
„Ein Ehrenmann verhehlt seinen Verdruß nicht, meine theureGebieterin, wenn der Eifer für den Ruhm Eurer Hoheit seineZunge kühn macht. Ach, ach! wenn König Louis die Bedingungen,