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daß die Erde eine Kugel ist, und dennoch sehen wir, daß dasWasser nirgends von seiner Oberfläche wegfällt. Der Rumpf einesSchiffes ist größer als seine oberen Masten, und dennoch werdendie letzteren auf dem Meere zuerst sichtbar, woraus nothwendigfolgt, daß das Fahrzeug hinter der Abrundung des Wassers ver-borgen bleibt. Unter solche» Umständen, die allen auf dem MeereReisenden recht wohl bekannt sind, ließe sich auch die Frage auf-werfen, warum das Wasser hier an unseren Küsten nicht in EineEbene zusammenfließe. Wenn aber die Erde eine Kugel ist, somuß eS Mittel geben, entweder zu Wasser oder zu Land um sieherum zu kommen, da die ganze Reise eben so gut möglich sehnmuß, als ein Theil derselben. Colon hat sich erboten, diesen Wegaufzuschließen, und der Monarch, der ihm die Mittel dazu liefert, wirdder spätesten Nachwelt einen weit höheren Ruhm hinterlaffen, als irgendein Eroberer. Bedenkt, durchlauchtigster Sennor, daß der ganzeOsten mit Ungläubigen bevölkert ist, und daß das Oberhaupt derKirche ihre Länder gerne dem christlichen Monarchen zutheilen wird,welcher sie dem Zustande der Finsterniß entreißt und ihnen dasLicht der göttlichen Gnade bringt. Glaubt mir, Donna Jsabella,wenn ein anderer Herrscher die von Colon verlangten Bedingungengewährt und die Vortheile erndtet, welche wahrscheinlich aus diesenEntdeckungen fließen, so wird die ganze Welt von dem Triumph-gesang der Feinde Spaniens erklingen, während unsere Halbinselüber diese unglückliche Entscheidung trauern muß."
„Wohin hat sich Sennor Colon gewendet?" fragte der Königschnell, denn die Bemerkungen seines General-Einnehmers hattenmit einemmale seine politische Eifersucht geweckt, „er ist doch nichtwieder zu Dom Joao von Portugal gereist?"
„Nein, mein hoher Gebieter, sondern zu König Louis vonFrankreich, einem Fürsten, dessen Liebe zu Aragon zum Sprüchwortgeworden ist."
Der König murmelte einige Worte zwischen den Zähnen und