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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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wenn man nicht eine Gunst suchen, sondern eine Gunst bringenwill," erwiederte der derbe Luis de St. Angel.Wir sind nichthier, nm für uns selbst etwas zu erwirken, sondern wollen EureHoheit nur auf eine Art aufmerksam machen, wie sich die Kronevon Castilien mit weit schöneren Edelsteinen schmücken kann, als sieje besessen hat."

Jsabella wurde sowohl durch den Ernst, als die Freimüihigkcitdieser Worte überrascht; da ihr aber die letztere nicht so ganz un-gewohnt war, so behielt sie ihre gewohnte Ruhe bei und schiennicht einmal ein Mißfallen darüber zu empfinden.

Hat der Maure noch ein Königreich, dessen man ihn beraubenkönnte?" fragte sie,oder will uns der Einnehmer der kirchlichenEinkünfte zu einem Krieg gegen den heiligen Stuhl ermuntern?"

Ich wünschte nur, daß Eure Hoheit die Gaben, welche vonGott kommen, mit dankbarer Freude Hinnahmen und nicht undank-bar zurückwiesen," erwiederte de St. Angel, indem er die ihm dar-gebotene Hand der Königin mit einer Verehrung der Liebe küßte,welche die Freimüthigkeit seiner Worte wieder ausglich.WißtIhr, meine gnädige Gebieterin, daß der Sennor Christoval Colon,von dessen hohen Planen wir Spanier uns so viel versprachen, seinMaulthier bestiegen und Santa Fe verlassen hat?"

Ich sah das voraus, Sennor, obgleich man mir seine wirk-liche Abreise noch nicht mitgetheilt hat. Der König und ich über-gaben diese Angelegenheit den Händen des Erzbischofs von Granadaund anderer zuverlässiger Räthe, und sie haben die Bedingungendes Genuesen so anmaßend und unvernünftig, so ungebührlich undübertrieben gesunden, daß es Unserer Würde und den Pflichten,welche wir gegen uns selbst haben, nicht ziemte, sie zu genehmigen.Wo das Ergebniß eines Entwurfes so zweifelhaft ist, müssen dieEinleitungen mit Mäßigung gemacht werden. Viele halten denMann sogar für einen bloßen Träumer."

ES spricht immer für den Werth eines Bittstellers, wenn er lieber