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falschen Propheten vernünftiger, als Viele, welche auf Christi Na-men und Gunst pochen. Dieser Colon ist ein Wahnsinniger, derbesser zu einem muselmännischen Heiligen, ^ als zu einem Pilotenin Eurer Hoheit Dienst paffen würde."
Bei diesem Ausbruch des Unwillens ließen die Königin, dieMarguisin von Moya und Donna Mercedes de Valverde ihre Na-delarbeit fallen, und sahen mit gleicher Bestürzung zu dem Prälatenauf. Alle drei hatten gehofft, daß die Schwierigkeiten, welche ei-nem günstigen Abschluß der Verhandlung im Wege standen, besei-tigt wären, und daß es nun nicht mehr lange anstehen könne, bisder Mann, der trotz der Kühnheit und des ungewöhnlichen Charac-terS seiner Plane ihre Achtung in so ausgezeichnetem Grade ge-wonnen, der die ganze Theilnahme ihres Gefühls angeregt hatte,seine Fahrt beginne, um durch die That die Probleme zu lösen,welche eben so sehr ihre Vernunft verwirrten, als sie ihre Neugierdereizten. Ihre Erwartungen schienen übrigens jetzt ein schnelles undunvorgesehenes Ende nehmen zu wollen, und während Hoffnungs-losigkeit Donna Mercedes faßte und ihr Blut bis zum Herzen er-kältete, zeigten sich die Königin und Donna Beatriz mißvergnügt.
„Hast Du dem Sennor Don Colon das Wesen unserer Vor-schläge gebührend auseinander gesetzt, Herr Erzbischof?" fragteJsabella mit mehr Strenge, als sie sonst an den Tag zu legengewöhnt war. „Beharrt er immer noch auf seinen Ansprüchen andie Vicekönigliche Gewalt und auf der beleidigenden Bedingung hin-sichtlich seiner Nachkommenschaft?"
„Es ist so. Königliche Hoheit. Heinrich von England oder Louisvon Frankreich könnten in einer Unterhandlung mit Jsabella vonCastilien sich nicht hochtrabender und unbeugsamer benehmen, alsdieser halbverhungerte Genuese. Er gibt in Nichts nach. DerMensch hält sich für ein von Gott auserkorenes Werkzeug, umgewisse Zwecke auSzusühren, und seine'Sprache und Bedingungen
' Bekanntlich betrachten die MoSleme» den Wahnsinn als etwas Heiliges.