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zu der treuen und lange bewährten Freundin, welche an ihrer Seitemit der Nadel beschäftigt war, „diese Bedingungen Colon'S scheinenin der That die Gränzen der Vernunft zu überschreiten."
„Das Unternehmen überschreitet aber auch alle gewöhnlichenGränzen von Wagnissen und Abenteuern, Sennora," entgegneteDonna Beatriz fest, indem sie zugleich einen Blick nach dem Antlitzvon Mercedes gleiten ließ. „Edle Thaten verdienen stets eine edleBelohnung."
Jsabella's Auge folgte dem Blicke ihrer Freundin und bliebeine Weile auf den bleichen, ängstlichen Zügen der Mündel ihresLieblings hasten. Das schöne Mädchen war sich der Aufmerksam-keit, welche sie erregte, nicht bewußt, aber wer ihr Geheimnißkannte, vermochte die tiefen Gefühle wohl zu errathe», mit welchensie den Ausgang erwartete.
Jsabella hatte die Ansichten ihres Beichtvaters so vernünftiggefunden, daß sie auf dem Punkte war, dem Berichte der Commis-sion beizustimmen, und die geheimen Hoffnungen und Erwartungen,welche sich bereits an das Gelingen der Plane des Seefahrer zuknüpfen begonnen hatten, aufzugeben, als ein edleres Gefühl, wiees der Tiefe ihres weiblichen Herzens eigen war, dazwischen trat,um dem Seemanne noch eine Möglichkeit offen zu lassen. Seltenist ein Weib gegen die Sympathien, die mit der Liebe in Verbin-dung stehen, unempfindlich, und die Hoffnungen, welche aus derHerzensneigung der Donna Mercedes de Valverde entsprangen,lagen auch dem Entschlüsse zu Grunde, welchen die Königin vonCaflilien i» diesem cntscheidungSvollen Augenblicke faßte.
„Wir dürfen diesen Genuesen weder zu hart noch zu schnellabfertigen, Herr Erzbischof," sagte sie, indem sie sich wieder anden Prälaten wendete. „Er ist fromm und redlich, und das sindTugenden, welche die Herrscher zu schätzen wissen. Seine Forderungensind zwar vielleicht in Folge eines langen Brütens und Nachdenkensüber seinen großen LieblingSentwurf etwas übertrieben geworden.