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Grabes stimmen werden, wenn fle von einem so hohen Würden-träger der Kirche derartige Ansichten vernehmen."
„Dann, Sennora, müßten Sie diesen Würdenträger sehr miß-verstehen," crwiederte hastig der gewandte Prälat. „Die Vertrei-bung der Ungläubigen aus dem heiligen Lande ist eine Angelegenheitder ganzen Christenheit, aber für Castilien ist es besser, Granadaden Händen der Heiden zu entreißen. Der Unterschied, der hiebeistatt findet, liegt so auf flacher Hand, daß ihn jeder, der sich dieSache erwogen hat, einsehen muß."
„Diese Wahrheit leuchtet unserem Verstände eben so klar ein,"fügte Ferdinand bei und blickte mit ruhigem Triumphe aus demFenster, „als die, daß jene Thürme, welche vordem Abdallah gehör-ten, jetzt die unsrigen sind."
„Besser für Castilien?" wiederholte Jsabella in dem Tone desNachsinnenS. — „Vielleicht besser für seine weltliche Macht, abernicht besser für die Seelen derjenigen, welche das Werk ausführen —sicherlich nicht besser für die Ehre Gottes."
„Meine hochverehrte Gattin und theure Gemahlin —" sagteder König.
„Sennora —" fügte der Prälat bei.
Jsabella ging jedoch langsam weg und überlegte sich die ebenvernommenen Grundsätze, während die Augen der beiden Weitlinge,welche zurückblieben, sich mit einer Art unausgesprochener Ver-ständigung begegneten, wie sie sich so leicht unter Männern findet,welche ihren Vortheil eher als das Recht zu suchen geneigt sind. DieKönigin kehrte nicht zu ihrem Sitze zurück, sondern ging in demTheile des Zimmers auf und ab, welchen der Erzbischof verlassenhatte, als er sich ihr und ihrem Gatten näherte. Hier blieb siemehrere Minuten allein, denn selbst Ferdinand ehrte sie zu sehr,um es zu wagen, ihr Nachdenken unaufgefordert zu stören. DieKönigin warf öfters Blicke auf Mercedes und hieß endlich dieDonna näher treten.