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„In der That, es ist nicht schwer, Mercedes, für weise, wohl-wollend und begeistert gehalten zu werden, wenn man Castilien zumThron und Leon mit andern reichen Ländern zum Fußschemel hat!"
„Don Luis, wenn Du Dir meine Achtung erhalten willst,"erwiederte das einfache Mädchen mit einer Würde, in der sich nichtsvon der Schwäche, wohl aber die ganze Wahrheitsliebe ihres Ge-schlechtes aussprach— „rede nicht so leichtfertig von meiner könig-lichen Gebieterin! Was sie auch in dieser Sache gethan habe»mag, es geschah mit den Gefühlen und der Zärtlichkeit einer Mutter,und wie mich Deine Ungerechtigkeit fast befürchten läßt, auch mitder Weisheit einer Mutter."
„Vergib mir, theure, angebetete Mercedes, — Du, die ichjetzt tausendmal mehr liebe und verehre als je, seit Du mir ein sohochherziges Vertrauen erwiesen hast. Aber meine Ruhe ist hin,bis ich weiß, was die Königin in einer Angelegenheit, die mich undDich berührt, gesagt und gethan hat."
„Du weißt, wie gütig und 'gnädig die Königin immer gegenmich gewesen ist, Luis, und wie sehr ich Ursache habe, ihr fürihre Herablassung und Gewogenheit dankbar zu sehn. Ich weißnicht, wie es zuging — aber während Deine Tante und alle meineVerwandten nie etwas von meinen Gefühlen zu ahnen schienen,hat das königliche Auge in einem Augenblicke ein Geheimniß er-späht, das, wie ich glaube, mir damals noch selbst verborgen war.Du erinnerst Dich des Turniers, das gerade an dem Tage vorDeinem letzten Ausfluge statt fand?"
„Wie sollte ich nicht? War es nicht Deine Kälte nach demErfolge, den ich unter Deinen Farben errang, welche mich damalsnicht nur aus Spanien trieb, sondern mich fast aus der Welt ver-jagt hätte?"
„Wenn die Welt Deinen Handlungen eine solche Ursache zumGrunde legen könnte, so möchten sich wohl auf einmal alle Hinder-nisse entfernen lassen, und wir würden ohne Mühe glücklich werden.