und prachtvollsten Gewändern. In einer frühen Morgenstunderückte der Grande Cardinal an der Spitze einer starken Truppen-Abtheilung auf den Berg der Märtyrer, um Besitz davon zu neh-men. Als er Hinanstieg, kam ihm eine Abtheilung maurischer Edelnentgegen, welche von einem Manne geführt wurden, dessen würde-volle Haltung und kummervolle Züge leicht den von Schmerz zer-rissenen Boabdil oder Abdallah, Granada'S früheren Monarchen,erkennen ließen. Der Cardinal deutete ihm die Stelle in der Näheder Thore an, wo Ferdinand sich in der demuthsvollen Haltung,welche' mit dem seltsamen Fanatismus dieser Periode im Einklangstand, aufgestellt hatte, da er eS in Folge jenes Gemisches vonFrömmigkeit und Staatsklngheit, das mit seinem Charakter so engeverwoben war, verschmähte, in die Mauern der eroberten Stadteinzuziehen, so lange nicht die Banner Mohammeds dem SymbolChristi gewichen waren. Da das Zusammentreffen beider Fürstenan verschiedenen Orten berichtet und erst in der neueren Zeit vonzwei ausgezeichneten amerikanischen Schriftstellern beschrieben wurde,so wollen wir übrigens nicht weiter dabei verweilen. Abdallah stelltesich hierauf der reinen und edel gesinnten Jsabella vor, welche ihnmit weniger Geziertheit und mit mehr wahrer christlicher Liebe undTheilnahme empfing, und schlug dann seinen Weg nach dem Ge-birgspaß ein, von wo aus er zum letztenmal die Paläste und Thürmeseiner Väter überblickte. Man zeigt noch heute diese Stelle, welchediesem Umstande den poetischen und rührenden Namen LI UltimoKusgiro äel ükvro verdankt.
Obgleich der Zug des letzten Königs von Granada von seinemPalaste nach dem Gebirge in keiner Weise eine Zögerung erlitt,so währte er doch einige Zeit, da er in einer ernsten und würde-vollen Weise ausgeführt wurde. In diesen Stunden waren dieStraßen und die anliegenden Felder mit einer Masse von Menschenbedeckt, welche Alle ihre Augen auf die Thürme von Alhambrageheftet hielten; denn jeder gute katholische Christ, der Zeuge des