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zu offen verletzt wirb. Doch in den mir angemutheten Fällen habeich zu sehr an das Heil meiner Seele gedacht, um sie damals durchUebernahme ehelicher Pflichten einer so schweren Prüfung auSzusetzem"„Ach! ich fühle nur zu sehr, daß ich Deiner unwürdig bin,Jsabella. Doch Du magst mich zu dem hcranbilden, was ich nachDeinen Wünschen seyn sollte; ich kann Dir nur versprechen, daß Dustets einen willigen und aufmerksamen Schüler in mir finden wirst."
Das Gespräch ging nun mehr ans allgemeine Dinge über,wobei Jsabella ihrer natürlichen Neugierde und ihrem theilnehmen-den Herzen freien Lauf ließ, indem sie sich nach den Verhältnissenihrer verschiedenen Verwandten in Aragon erkundigte. Nach dieserBegegnung, welche mehr als zwei Stunden gedauert hatte, kehrteder König von Sicilien, ohne Aufsehen zu erregen, wie er ge-kommen war, nach DuennaS zurück. Das königliche Paar trenntesich mit den Gefühlen erhöhter Achtung und Verehrung, und Jsabellagab sich jenem zarten Vorgefühl häuslichen Glückes hin, welchesdem zarteren Charakter des Weibes eigenthümlich ist.
Die Vermählung fand mit der gebührenden Pracht am Morgendes 19. Octobers 1469 in Don Juan de Vivero's Hauskapellestatt, und nicht weniger als zweitausend Personen, meistens vonStande, waren Zeugen der heiligen Handlung. Als der Priesterim Begriffe war, sein Amt zu beginnen, wurde das Auge Jsabellensunruhig, und sie sprach zu dem Erzbischof von Toledo:
„Euer Gnaden hat mir versprochen, daß bei dieser feierliche»Gelegenheit zu der Beistimmung der Kirche nichts fehlen solle. Esist bekannt, daß Don Ferdinand von Aragon und ich in einemVerwandtschaftsgrade stehen, der als ein Ehehindcrniß betrachtetwerden könnte."
„Ganz richtig, gnädige Fürstin," erwiederte der Prälat miteiner ruhigen Miene und einem väterlichen Lächeln. „Zum Glückehat aber unser heiliger Vater Pius dieses Hinderniß entfernt, unddie Kirche freut sich dieser Verbindung in jedem Betrachte."
Donna Mercedes. 2tc Attfl. 4