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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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wenig, ob ich je einen andern sehe; aber wir werden dies nichtbrauchen, denn unsere Freunde können, obschon sie, wie wir, frei-gebigere Herzen als gutgefüllte Kaffen haben, den Darleihern wohlsoviel Bürgschaft leisten, als zu unserem Bedürsniß nöthig ist. Ichwill daher diese Sorge selbst auf mich nehmen, meine Base ichdarf doch wohl sagen, meine Braut?"

Diese Benennung ist mir theurer, als jede, welche mit derVerwandtschaft in Verbindung steht, Fernando," antwortete diePrinzessin mit einer einfachen Herzlichkeit, welche mit der gewöhn-lichen Ziererei und den erkünstelten Gefühlen ihres Geschlechts nichtsgemein hatte, während sie zugleich ihre Bescheidenheit im schönstenLichte erscheinen ließ,und wir mögen wohl zu entschuldigen seyn,wenn wir uns derselben bedienen. Ich hoffe, Gott wird unsereVereinigung segnen, nicht nur zu unserem Glücke, sondern auch zudem unseres Volkes."

Nun denn, meine Braut! hinfort wird unser Vermögengemeinschaftlich scyn, und Du wirst es mir überlaffen, für DeineBedürfnisse Sorge zu tragen."

Nein, Fernando," erwiederte Jsabella lächelnd;wir könnenuns in keinem Falle als die Kinder zweier Hidalgo'S betrachten,die im Begriffe stehen, den gemeinschaftlichen Gang durch die Weltmit einer ärmlichen Mitgift zu beginnen. Du bist jetzt schon einKönig, und durch den Vertrag von Toros de Guisando bin ichfeierlich als die Erbin von Castilien anerkannt. Unsere Habe mußdaher auch fortan eine getrennte bleiben, ebenso gut, als wir ver-schiedene Pflichten haben, obgleich ich hoffe, daß unsere Interessennie in gegenseitigen Widerstreit kommen werden."

Du wirst nie finden, daß ich eS Dir an der Achtung, welcheDeinem Range gebührt, fehlen lassen werde, oder daß ich diePflicht, welche mir gegen Dich, als das Haupt unseres altenHauses, nächst Deinem durchlauchtigen Bruder, dem König, obliegt,außer Acht lasse."