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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Drittes Kapitel.

Aengsttiche Gewohnheiten schmiegen sich vor großen Königen.Liebes Kätchen, du und ich, wir beide können u»S nichtdurch die schwachen Schranken der LandcS-Sitie cincngeulassen. Wir sind die Schöpfer der Bräuche, und die Freiheit,die mit unserem Range verbunden ist, stopft allen Splitter-richtern de» Mund.

Heinrich V.

Ungeachtet der hohen Entschlossenheit, der gewohnten Festigkeitund einer Heiterkeit des Geistes, welche wie ein tiefer, ruhigerStrom der Begeisterung JsabcllenS ganzes inneres Leben zu durch-dringen schien, obgleich man ste vielleicht mit mehr Recht von denedeln, unabänderlichen Grundsätzen, welche alle ihre Handlungenregelten, abgeleitet hätte schlug ihr Herz ungestüm, und die ihrangeborene Zurückhaltung, welche fast bis zur Schüchternheit ging,beunruhigte ste ernstlich, als die Stunde herannahte, wo ste zumerstenmal den Fürsten, welchen ste zum Gatten gewählt hatte, er-blicken sollte. Die castilianijche Etiquette nicht weniger, als dieWichtigkeit der mit der beabsichtigten Vermählung verbundenenInteressen hatten die einleitenden Verhandlungen um mehrere Tagehinausgeschoben und man überließ es dem Bräutigam, diese ganzeZeit über, seine Ungeduld, die Prinzessin zu sehen, so gut erkonnte, zu zügeln. - öH

Endlich am Abende des 15. Oktobers 14^8 war jedes weitereHinderniß beseitigt. Don Ferdinand warf sich in den Sattel, undtrat ohne irgend ein seinem hohen Range angemessenes Gefolge,nur von vier Rittern, unter denen sich auch Andres de Cabrerabefand, begleitet, seinen Weg nach dem Palast des Inan de Viveroin Valladolid an. Der Erzbischof gehörte zu der Partei der Prin-zessin, und dieser Prälat, ein kriegerischer, thatkräftiger Parteimann,war bereit, den beglückten Freier zu empfangen und seiner hohenGebieterin vorzustellen.