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knüpfen. Es ist nicht mehr als billig, daß wir Alle gleich verpflichtetsind, auf unsere eigene Würde und die Wünsche unserer Freundeund Verwandten Rücksicht zu nehmen, und daß unsere Pflicht, wieauch der gewohnte fromme Sin» und die Unterwerfung, in derwir auferzogen wurden, bessere Bürgen für unsere ehrliche Liebe sind,als die Einflüsterungen einer mädchenhaften Laune. Aber doch istes ein großes Glück, meine geehrte Herrin, daß Eure hohen Ver-pflichtungen auf einen so jugendlichen, braven, edeln und ritter-lichen Herrn, wie den König von Sieilien Hinweisen — denn dasist er nach Vater Alonzo'S Mittheilungen wirklich — und daß allemeine Verwandten darin einstimmig sind, Don Andres de Cabrerawerde, so tollköpfig und albern er auch ist, einen ausgezeichnetenEhemann für Beatriz de Bobadilla abgeben."
So würdevoll und zurückhaliend auch gewöhnlich JsabellenSBenehmen war, so ließ sie doch jezuweilen in der Gesellschaft ihrerVertrauten davon ab — ein Umstand, der auch gegenwärtig statt-fand, da Beatriz zudem keine geringe Stufe in ihrer Gunst einnahm.Sie lächelte daher über diesen Einfall und betrachtete ihre Freundin,indem sie ihr die dunkeln Locken aus der Stirne streifte, mitBlicken, wie eine Mutter ihr Kind ansieht, wenn eine plötzlicheAnwandlung von Zärtlichkeit ihr Herz beschleicht.
„Wenigstens haben Deine Freunde ganz richtig geurtheilt,wenn ein Tollkopf den andern heirathen soll," antwortete dieFürstin; dann hielt sie einen Augenblick, wie in tiefen Gedanken,inne, und fuhr in einer ernsteren Weise fort, obgleich eine ver-schämte Gluth verrätherisch ihre Züge überflog, und die tiefe Em-pfindung, welche aus ihren Augen leuchtete, bekundete, daß sie ingegenwärtigem Augenblicke mehr als Weib, denn als künftige Kö-nigin, der das Wohl des Volkes immer vor Angen schwebt, fühle.„Je näher diese Zusammenkunft kömmt, desto mehr ergreift micheine Verlegenheit, von der ich nimmer geglaubt hätte, daß sie soleicht eine Infantin von Castilien befallen könnte. Dir, meine