„Dieses Unglück halte unser theureS Castilien nie treffen kön-nen," fiel Jsabella ein. „Hätte ich den König von Frankreich selbstgeheirathet, so würde er gelernt haben, mich als die Königin undBesitzerin dieses alten Reichs zu achten, und nie hätte er es wagensollen, mich als eine Unterthanin zu behandeln."
„Dann, Sennora," fuhr Beatriz, mit einem lachenden Auf-blick zu Jsabella fort, „kam Euer königlicher Vetter, Don Ricardovon Gloucester, dem man nachsagt, er seh mit Zähnen auf die Weltgekommen, und der bereits einen so schweren Pack auf seinem Rückenträgt, daß er es seinem Schutzheiligen Dank wissen darf, wenn erihm nicht auch die Angelegenheiten von Castilien aufgeladen hat."
„Deine Zunge läuft zu ungestüm, Beatriz! Dem Vernehmennach ist Don Ricardo ein edler, hochstrebender Prinz, welcherwohl eines Tages eine Fürstin finden wird, deren Verdienste ihnfür den Korb in Castilien trösten können. Aber was hast Duweiter hinsichtlich meiner Freier vorzubringen?"
„Ach, was kann ich weiter sagen, meine geliebte Herrin?Wir sind nun bei Don Fernando augelangt, der, obgleich er erstzuletzt erschien, doch buchstäblich der erste, und so weit wir ihnkennen, auch der Beste von Allen ist."
„Ich glaube, ich habe mich bei der Wahl Don Fernandosdurch Gründe, die meiner Geburt wie meinen künftigen Hoffnungenziemen, bestimmen lassen," sagte Jsabella, obgleich sie sich trotzihrer Aussichten auf eins königliche Vermählung etwas unbehaglichfühlte; „denn nichts wird so viel zu dem Frieden unserS theurenKönigreichs und zu dem Siege der großen Sache der Christenheitbeitragen, als die Vereinigung Castiliens und Aragons unter eineKrone."
„Durch Vereinigung ihrer Herrscher im heiligen Bunde derEhe," erwiederte Beatriz mit ehrfurchtsvoller Würde, obgleichwieder ein Lächeln um ihre Lippen zuckte. „Aber Ihr habt wohlkeine Schuld daran, wenn Don Fernando der jugendlichste, der