Gastfreundschaft verlassen, denn wir wissen Wohl, daß Dir zu jederZeit zwei der schönsten Diamanten zu Gebot stehen."
„Mir, Sire? Eure Hoheit belieben auf meine Kosten zuscherzen, obgleich ich glaube, daß dieß im gegenwärtigen Augenblickder einzige Aufwand ist, den auch ich zu bestreiten vermag. MeineAnhänglichkeit an die Prinzessin Jsabella hat mich von meinenGütern vertrieben, und der niedrigste Edelmann in dem Heere vonAragon ist dermalen nicht ärmer als ich. Welche Diamanten könn-ten mir daher zu Befehl stehen?"
„Das Gerücht spricht sehr zu Gunsten der zwei Brillanten indem Antlitz der Donna Beatriz de Bobadilla, und ich höre, siestehen beide zu Deiner Verfügung, wenigstens soweit es die Liebeeiner edlen Jungfrau einem treuen Ritter zugestehen darf."
„Ach! mein Herr und König! wenn dieses Abentheuer soglücklich endet, als es angefangen hat, so möchte ich wohl in derThat Eure königliche Gunst um eine Unterstützung in dieser An-gelegenheit anflehcn."
Der König lächelte in seiner gelassenen Weise, änderte jedochschnell den Gegenstand des Gesprächs, als der Graf von Trevinnonäher an seine Seite rückte. Ferdinand von Aragon schlief dieseNacht gesund, aber mit dem Grauen des Tages war er und seinGefolge wieder im Sattel. Die Gesellschaft verließ jedoch OSmain einer ganz andern Weise, ats sie sich den Thoren genähert hatte.Ferdinand erschien jetzt als ein Ritter auf einem andalusischenZelter, und alle seine Begleiter trugen nun ihren wahren Charakteroffener zur Schau. Eine starke Lanzenabtheilung unter derFührung des Grafen von Trevinno bildete das Geleite, und amneunten desselben Monats langte der ganze Zug bei Duennas in Leon,einem Orte in der Nähe von Valladolid an. Der mißvergnügteAdel schaarte sich um den Prinzen, um ihm den Hof zu machen,und wurde von Ferdinand, wie es seinem Range und seinen nochhöher» Aussichten gemäß war, empfangen.
Donna Mercedes, 2te Ausl.
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