8
Bedienung zu bezahlen, aber ich zweifle sehr, ob uns eine Dubloneübrig bleiben wird, wenn wir an dem Ziele unserer Reise anlangen."
Ein leiser aber ernster Verweis zügelte diese unüberlegteHeiterkeit, und die Gesellschaft machte an dem Thore Halt. Alleritten auf Maulthiercn, und schienen ihrem Aeußern nach, Kaus-leute zu seyn, da in jener Zeit die verschiedenen Stände sich schonan ihrem Anzug erkennen ließen. Das Verlassen der Stadt be-durfte keiner besonder» Erlaubniß, und der schlaftrunkene, folglichärgerliche Thorschließer entfernte langsam die Querhölzer, um dieReisenden hinaus zu lassen.
Während diesen nöthigen Vorkehrungen standen die zweiSoldaten etwas seitwärts und betrachteten sich ruhig die Gruppe,obgleich sie der spanische Ernst verhinderte, ihre Verachtung offenan den Tag zu legen, als sie unter den Kausleuten zwei oder dreiJuden bemerkten. Die Kaufleute selbst gehörten jedoch der bessernClaffe an, wie sich aus einigen Geleitern ersehen ließ, welche inLivree hintendrein ritten, und sich in respektvoller Entfernunghielten, während ihre Herren die kleine Abgabe entrichteten, diedem Herkommen gemäß für das Oeffnen des Thores zur Nacht-zeit bezahlt werden mußte. Einer dieser Diener, der ein tüchtigesmuthigcS Maulthier ritt, kam während dieser kurzen Zögerung s»weit in die Nähe unseres Diego, daß dieser, von Natur ge-sprächig, sich nicht enthalten konnte, sein Sprüchlein anzubringeu.
„Sage mir, Pepe," begann der Soldat, „wie viel hundertDublonen zahlt man Dir jährlich für Deinen Dienst, und wie ofterneuert man Dir dieses schöne LederwammS?"
Der Diener des Kaufmanns, welcher noch ein Jüngling war,obgleich seine kräftige Gestalt und seine gebräunten Wangen aufstarke Anstrengungen in Wind und Wetter deuteten, fuhr auf underrüthete bei dieser unverholenen Ausfrage, die von einem vertrau-lichen Schlag aus'S Knie begleitet wurde, wobei noch ein Kneipenin den Schenkel die Nngebundenheit des Lagers bekundete. Wahr-