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Abreise der Gesandtschaft Härten, kamen natürlich zuerst auf dieVermuthung, daß diese Sendung in einiger Beziehung zu jenemwichtigen Zwecke der aragonesischen Politik stehe.
Jsabella stand in dem Rufe der Gelehrsamkeit, Bescheidenheit,Klugheit, Frömmigkeit und Schönheit, und war zudem die aner-kannte Erbin einer so beneidenswerthen Krone. Kein Wunder also,daß sie Schaaren von Freiern heranzog, unter denen sich, außerdem bereits erwähnten Aragonier, auch Prinzen aus Frankreich, Eng-land uyd Portugal befanden. Die verschiedenen Günstlinge unter-stützten verschiedene Bewerber, und mühten sich, ihre Absichtendurch die gewöhnlichen Hof- und Partei-Jntriken durchzusctzen,während die königliche Jungfrau, der Gegenstand so vielseitiger Be-werbung und Eifersucht, eine kluge Zurückhaltung beobachtete, festentschlossen, ihren zartesten weiblichen Gefühlen nichts zu vergeben.Ihr Bruder, der König, war im Süden und gab sich dem Vergnü-gen hin, indeß die Prinzessin, lange an eine verhältnißmäßige Ein-samkeit gewöhnt, sich allen Ernstes mit ihren eigenen Angelegen-heiten beschäftigte und dieselbe in einer Weise betrieb, wie es ihrdie Begründung ihres eigenen Glückes zu fordern schien. Nachmehreren Versuchen, sich ihrer Person zu bemächtigen, denen sienur durch den schleunigen Beistand der Waffen ihrer Freunde ent-rann, hatte sie sich nach der Provinz oder, wie man es auch sonstnannte, dem Königreich Leon geflüchtet, in dessen Hauptstadt Valla-dolid sie ihren jeweiligen Aufenthalt nahm. Da jedoch Heinrichnoch immer in der Nähe von Granada, weilte, so müssen wir demLeser diese Richtung als diejenige bezeichnen, welche die Gesandt-schaft zu nehmen hatte.
Der Zug verließ mit dem Frühmorgen eines herrlichen Herbst-tages Saragossa durch eines der südlichen Thore. Er halte dasgewöhnliche Geleite von Lanzen, die der beunruhigte Zustand desLandes nöthig machte, bärtige, wohlgewappncte Adelige, ohnederen Schutz sich Niemand, der genug besaß, um Räuber anzu-