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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
Entstehung
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Privatangelegenheiten bezog, in den Hintergrund treten. Manhielt Versammlungen des Staatsraths, schmeichelte den Capitalistenoder schüchterte sie ein, und die Eingeweihten unter den Höflingenbefanden sich augenscheinlich in einem Zustande der grüßten undernstesten Aufregung. Endlich schien die Zeit der Vorbereitungenvorüber und der Augenblick des Handelns gekommen zu seyn. Dieallgemeine Neugierde wurde befriedigt und die Bürger von Saragossadurften erfahren, daß der König wegen hochwichtiger Angelegenheiteneine feierliche Gesandtschaft an seinen Nachbar, Verwandten undVerbündeten, den Monarchen von Castilien, zu schicken beabsichtige.

Im Jahre 1469 saß Heinrich, gleichfalls aus dem HauseTrastamara, unter dem Titel Heinrich IV. auf dem Throne derbenachbarten Königreichs. Er war in männlicher Linie der Enkeleines Bruders von dem Vater Johanns II. und also der Sohneines Geschwisterkindes von dem Monarchen AragonS. Aber ob-gleich man hätte erwarten sollen, daß diese Verwandtschaft nahegenug sey, um in den gemeinschaftlichen Familien-Interessen einkräftiges Band zu finden, so waren doch gar manche freundschaftlicheGesandtschaften nöthig, um den Frieden zwischen beiden Fürsten auf-recht zu erhalten; das Nuchbarwcrden der gegenwärtigen Sendungveranlaßte daher in den Straßen der Stadt eher Zufriedenheit alsVerwunderung.

Obgleich Heinrich von Castilien über größere und reichereLandstriche der Halbinsel herrschte, als sein Vetter von Aragon, sofehlte es ihm doch auch nicht an Sorgen und Bekümmernissen.Er hatte seine erste Gemalin, Bianca von Aragon, verstoßen, umJohanna von Portugal zu ehelichen, eine Prinzessin von so offen-kundig leichtfertigem Charakter, daß sie nicht nur am Hofe großesAergerniß gab, sondern auch auf die Geburt ihres einzigen Kindes,seiner Tochter, das zweideutigste Licht warfUmstände, welche dieAbneigung gegen die Mutter in Haß umwandeltcn und Veranlas-sung gaben, daß das Kiud seiner Reichserbansprüche beraubt wurde.