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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
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Herders Gedichte.

Wo meynct Freund und FreundSich bieder? wo vereintPflicht die Herzen?

Pflicht und GebetAn heil'ger Statt',

Das ewiglich bei Gott besteht.

Ach, wie schlummern all' und schlafen.

Der Hirte schlummert mit den Schaafen,Die Lamp' ist da, wo ist das Licht?Mit den Trunk'ne» schlasriqtrunken,

In Nacht und Wahn und Graus versunken.Ach, sehen wir und Horen nicht!

Wer tragt nicht Thieres Bild?Wer, dem das Herz nicht fülltErdensorge?

Ist Mitternacht!

Erwacht, erwacht!

Blitzschnell erscheint des Menschensohn.

Meynst du, wenn der Hausherr wüßte,

Zu welcher Stund' er wachen müßte,

Er pflegen würde träger Ruh?

Sieh und alle Frommen zagen,Verschmachten unter stillen Plagen

Und Alle sehn wir trunken zu?

Im Feigenbäume steigtDer Saft schon! Knospe zeigtFrühlingszeiten!

Hebt euer Haupt!

Umlaubt, umlaubtMit Frühling ist, wer an ihn glaubt.