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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
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196
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rg6 Herders Gedichte.

Bist du zu deines Vaters Hand,

Wo du dein Reich genommen,Und siehst nicht mehr dein ErdensandUnd kannst nicht wiederkommen?

Und deine Lehre wär' ein TraumUnd unser Wunsch verloren,

Und wir erstürben wie der BaumO besser, nie geboren!

Wo sind sie, die dich je geliebt,Für dich ihr Leben gaben?Und hofften, die du hier betrübt,Du würdest dort sie laben;

Sind sie in deines Vaters Reich,

In deinem Freudensaale,

Und wünschen uns nicht auch zugleichZum ew'gen Abendmahle?

Der Frevler höhnt, der Spötter lacht,

Der Böse triumphirct,

Und du, Herr, hast noch nicht vollbracht,Hast's noch nicht ausgcführet,

Wofür du lebtest, littest, starbstUnd aufcrstandest wieder,

Und dir, ein Haupt zu seyn, erwarbst,Hier sind wir deine Glieder!

Sipd ohne deinen Geist und KraftVerwelkte todte Glieder,

Beleb' uns Himmels-LebenssaftUnd weck', erweck' uns wieder!