^6 Herders Gedichte.
Weis spiegelt uns die Sünde vor?
Macht unser» Ruhm zu Leide!
In Lust wird unser Aug' ei» Thor,
Spricht uns von Vaters-Neide,
Von Neide deß, der Alles giebt,
Wird fremde dem, der Alle liebt,
Traut ihm nicht, und — der Schlange!„Sie ißt die Schlange? — sie allein,„So werd ich Gott und Göttin seyn,„Wenn ich, wie sie, dort prange. "
Gewollt, ach schnell gcthan, bereut.
Bereut mit Furcht und Zittern!
Da kommt der Gott der Freundlichkeit;
Kommt er in Ungewittern?
Im Abendsguseln kommt der Herr,
Ruft linde seine Schuldencr,
Sie gnädig zu verschonen;
Er fragt, er hört als Vater sie,
Für Sünde will er sic mit MühUnd neuer Wohlfahrt lohnen.
Barmherzig doch, auch wenn er straft,
Auch noch sein Fluch ist Segen! —
Ein harter Segen, aber noch
Zum Wohl auf unfern Wegen.
Dem Menschenvaker wird sein BrodIn Schweiß und Kummer, Müh undNoch,
Daß es ihm schmackhaft werde.
Tod wird sei» Urtheil; aber TodDer Retter nur von Müh und NochWird Erde, sanft zur Erde.