Zweiter Theik.
7S
Mein Vater, mein Erforscher, tiefster Freund,Der, eh ich rufe, hört, der meiner NothAbhilft, eh ich sie seh und edel schweigt.
O Schutzgott meiner Tage, der Du mirSo oft im Durste Labial, der Du mir QuellWie Echo in der Wüste warst; ein Freund,
Der ciniam mich erquickte, dessen SpurIch vor und bei mir sah, und horte stetsIn Wohl und Weh, in Freud' und TraurigkeitDen Anspruch seines Herzens an mein Herz:
O Freund, wenn ich an dir verzweifelte,
Wenn ich dich laugncte, so laugne mich!
Wohlan mein Herz! — Auch in der Fehler,in
Der Missethat Vergeltung fandest duNiemals den Neidischen, Rachgierigen;
Du fandest stets den linden, milden Gott,
Der sanft verzechend straft, nur Almdung winktUnd tödtend schafft und hart verbinden» heilt.
Der Flecken abwascht mit der Liebe Hand,
Und wenn er Dir den Fehl nur hat gezeigt,
Ihn andern decket zu. Auf! fass' ein Herz,
Mein Herz, und siehe scharf den Spiegel an,
Der, was nicht Bild des Ew'gen ist, dir zeigt,Der, was dich brennen wird, dir nie verhehlt.
Erfaß den Guten, der in dir die KraftZu wachsen, der dir Lautcrungsfeuer ist,
Dich auszubrenncn, dir zu leuchten Licht,
Dich zu erquicken Trost, zu hoffen MüthUnd deinem Herzen wachsend süße Ruh.
Eins ist der Ewige! im Einen wohnt