Herders Gedichte.
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Lohn dem Guten und Strafe dcm Bosen. Zm mensch-lichen Herzen
Thront der Richter und wägt, klaget und zeu-get und spricht,
Bor ihm das offene Buch. Im Weltgerichte der
Völker,
In der Tyrannen Herz, selbst in des Heucheln-den Brust
Tont die Stimme der Angst, des Vorwurfs, Neides
und Abscheus;
Nachts und am Tag ertönt bellend der höllischeSchlund.
Aber im Herzen des Frommen ist Ruh; er kennt
seine That nicht;
Doch ihn lohnet sein Werk sicher mit frohemGenuß.
Auch in dem Kommen des Weltgerichts ertönet die
Waage;
Höret ihr Völker nicht kommen den mächtigenTritt?
Seufzend höret ihr nicht; doch er kommt! Die bc-
kränzete Säule
Geht aus Wolken hervor, Großmuth undstille Geduld.
Und jetzt glänzet die Waage: Was ihr oem Gering-sten der Menschen
Thatct, thatet ihr mir — Kommt und genie-ßet den Lohn.
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