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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
Entstehung
Seite
60
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Herders Gedichte.

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Lohn dem Guten und Strafe dcm Bosen. Zm mensch-lichen Herzen

Thront der Richter und wägt, klaget und zeu-get und spricht,

Bor ihm das offene Buch. Im Weltgerichte der

Völker,

In der Tyrannen Herz, selbst in des Heucheln-den Brust

Tont die Stimme der Angst, des Vorwurfs, Neides

und Abscheus;

Nachts und am Tag ertönt bellend der höllischeSchlund.

Aber im Herzen des Frommen ist Ruh; er kennt

seine That nicht;

Doch ihn lohnet sein Werk sicher mit frohemGenuß.

Auch in dem Kommen des Weltgerichts ertönet die

Waage;

Höret ihr Völker nicht kommen den mächtigenTritt?

Seufzend höret ihr nicht; doch er kommt! Die bc-

kränzete Säule

Geht aus Wolken hervor, Großmuth undstille Geduld.

Und jetzt glänzet die Waage: Was ihr oem Gering-sten der Menschen

Thatct, thatet ihr mir Kommt und genie-ßet den Lohn.

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