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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
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56
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56 Herders Gedichte.

Des Lebens Winter.

Nach Sarbievius.

Der die weissen Thaler umhüllt, der Winter,

Wird sie wieder enthüllen, wenn die SonneJene Berge bestrahlt. Ein andrer Winter,

Wenn er dir Einmal,

Freund, mit Schnee und Reifen das Haupt bestreute.Weichet nimmer. Entflohen sind des schon'renJahres Sommer und Herbst; cntflohn des Früh-lings

Lachende Stunden;

Nur der Winter bleibet. Sobald er EinmalDir die Schlafen umzog, da bringen keineNarden, keine der Kranze deinem HaupthaarWieder den Frühling.

Eine Jugend schenkte dich uns; Ein AlterRaubt dich uns, o Geliebter. Ein's verlängert,Ein's verewiget deine Jahr', o Jüngling,

Rühmliche Thatcn.

Der, nur der hat lange gelebt, um dessenTod die Bürger erseufzcn. Jeder wähleSich die Fama zur Erbin; alles andre

Rauben die Horen.