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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
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Herders Gedichte

Das Gesetz der Natur,

Alle tragen wir in uns den Keim zu unferm Ver-blühen ;

Blüh'n und Verblühen ist nur Eine Entwick-lung der Zeit.

In dem Schooßc der großen Mutter empfangen wir

Kräfte,

Auszuwirken uns selbst, und zu verleben damit.

Und du murrest, o Klügling, daß du nicht ewig

hier scpn kannst?

Wärest du ewig hier: wirst du's in andern nichtfeyn.

Also gehorche der Kette der Wesen, dir dich ziehet

und abstößt,

Was zur Vlüthe dich trieb, gab dir Vollendungund Frucht.

Leben.

Nur Ein Leben leben wir aus in manchen Gestalten;Unser Schauspiel, es ruft Scene nach Scenenhervor;

Und doch binden so selten in uns sich Alter und

Scenen,

Neulinge sind wir als Kind, Neulinge geh'nwir in's Grab.