Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 16 (1821) Gedichte ; 2
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

20

Herders Gedichte.

Schwamm dann mit der Flache sanft dahin;

Sah den schönen Kran; von Fels und Hügeln, ,Sah die Sterne, sah den Mond sich spiegelnIn der süßen Freudcgeberin.

Sah die Inseln in den Wellen schweben,Träumt' auf ihnen ein beglücktes Leben,

Unbekannt und aller Welt entfloh»;

Sammelt nur um mich den Kreis der MeinenAch ihr Wellen, oft saht ihr mich weinenUm sie, für sie, zu der Göttin Thron!

Wenn die Abendcöth' im stillen MeereSanft verschwebte, und mit feinem HeereGlanzender der Mond zum Himmel stieg,

Ach ! da flößen mit so neuem Sehnen,

Unschuldvolle, jugendliche Thranen,

Nur ein Seufzer sprach und Alles schwieg.

Nimmer, nimmer sollt ihr mir entschwinde»,Immer wird mein Herz euch wicdersinden,

Süße Träume, rein und zart und schön.

Nie wird euch mein Auge nncderfehen,

Doch ein Hauch wird lispelnd zu euch wehen:

Ich, auch ich war in Arcadien."